Die Rechnung für den Umbau liegt auf dem Tisch, und viele Franchisenehmer zucken zurück. McDonald’s will seine Restaurants und Menüs umfassend erneuern, doch die Betreiber der US-Filialen stoßen sich am Preis. Die Aktie schloss dennoch leicht im Plus.
Rund 1,2 Millionen Dollar pro Restaurant
Im Zentrum steht der Geschäftsplan „Next“ von Konzernchef Chris Kempczinski. Er soll Essensqualität, Service und Effizienz verbessern. Vor zwei Wochen nannte das Unternehmen den Preis für die Betreiber: etwa 800.000 Dollar je Standort.
Hinzu kommen bereits geplante Modernisierungen ab 400.000 Dollar. Zusammen ergibt sich eine Belastung von rund 1,2 Millionen Dollar pro Restaurant. Viele Franchisenehmer zeigen sich von der Summe überrascht. Sie fürchten mehr Schulden und verlangen belastbare Angaben dazu, wie stark die Umsätze durch die Änderungen steigen sollen.
McDonald’s hält dagegen und stellt rund 8,5 Milliarden Dollar an Bargeld und Mietnachlässen in Aussicht. Die Unterstützung fällt je nach Betreiber unterschiedlich aus. Das Unternehmen zeigt sich zuversichtlich und hat gemeinsam mit Franchisenehmern Arbeitsgruppen gebildet, die die Finanzen prüfen.
Guggenheim-Analyst Gregory Francfort rechnet mit Nachverhandlungen. Die Betreiber dürften den Preis um 20 bis 40 Prozent drücken, indem sie manche Elemente akzeptieren und andere ablehnen.
Schwacher Unterbau, neuer Rechtsstreit
Der Konflikt trifft einen Konzern, der Vertrauen zurückgewinnen muss. Von Ende Februar bis Ende September verlor die Aktie 32 Prozent, fast 80 Milliarden Dollar Börsenwert verschwanden. Die US-Umsätze wachsen langsamer, auch weil das Value-Angebot zuletzt hinter den Erwartungen blieb. Teurere Zutaten wie Rindfleisch sowie höhere Arbeits- und Ausrüstungskosten belasten die Branche zusätzlich.
Neuen Gegenwind gibt es vor Gericht. In Chicago wurde eine landesweite Sammelklage eingereicht. Sie wirft McDonald’s vor, Menüpreise zwischen Franchisenehmern und konzerneigenen Filialen über ein KI-gestütztes Preissystem unzulässig abzustimmen. Das System soll Daten aus Millionen täglicher Transaktionen in knapp 14.000 Restaurants auswerten.
McDonald’s weist das zurück und nennt die Vorwürfe spekulativ und uninformiert. Die Preise für Big Mac und Co. setze keine KI, die Betreiber entschieden selbst. Preisempfehlungen und Analysewerkzeuge seien branchenweit üblich. Die Klägerin aus Illinois will für potenziell Millionen Kunden sprechen.
Beide Themen laufen nun parallel: Ob Franchisenehmer den Umbauplan mittragen, entscheidet sich in den Verhandlungen über die Kostenteilung. Im Verfahren dürfte es zunächst darum gehen, ob die Klage über die bloße Berufung auf Medienberichte hinaus trägt.
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