Ein Investorentag, sieben Analystenhäuser, sieben unterschiedliche Reaktionen. McDonald’s hat am Hauptsitz in Chicago seine langfristige Strategie namens „Next“ vorgestellt — und die Wall Street ist sich alles andere als einig, was das für den Aktienkurs bedeutet.
Die Bandbreite der Kursziele zeigt das Dilemma deutlich. Jefferies und UBS bleiben optimistisch und sehen 320 bis 325 Dollar, während JPMorgan und RBC Capital ihre Ziele auf 260 beziehungsweise 285 Dollar kappten.
Die DZ Bank reduzierte ihren fairen Wert von 330 auf 300 Dollar, blieb aber bei „Kaufen“. Aktuell notiert die Aktie bei rund 241 Dollar — nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 234 Dollar und mit einem Minus von 20 Prozent seit Jahresbeginn.
Wachstumsziele enttäuschen, Investitionen überraschen
Der Kern der Skepsis liegt im Detail der vorgestellten Ziele. Die Ausblicke zum Filialwachstum bis 2030 fielen unter den Erwartungen der Analysten aus, während die angekündigten Investitionen in Restaurants und Technologie deutlich größer ausfielen als erwartet. RBC Capital senkte daraufhin seine Schätzungen für die Umsätze auf vergleichbarer Basis in den USA für das dritte Quartal und rechnet mit anhaltendem Druck auf die US-Filialumsätze.
Die DZ-Analystin Katharina Schmenger ordnet die Strategie vor dem Hintergrund eines inflationsbedingt eingetrübten Konsumumfelds ein. Das Ziel: Marktanteilsgewinne und höhere Produktivität in den Fast-Food-Restaurants. Das Investitionsprogramm werde die Ergebnisse zunächst belasten, so ihre Einschätzung — zahle sich aber langfristig aus.
Traffic-Frage bleibt ungelöst
RBC Capital bringt den zentralen Streitpunkt auf den Punkt: Die Einstufung bleibe bei „Sector Perform“, bis es bessere Sichtbarkeit auf eine Trendwende beim US-Kundenverkehr gebe. Genau das ist der wunde Punkt der gesamten Bewertungsdiskussion — die neuen Ziele bis 2030 hängen davon ab, ob McDonald’s es schafft, wieder mehr Gäste in die Filialen zu holen, nicht nur mehr Geld pro Besuch umzusetzen.
Immerhin bietet das Unternehmen weiterhin eine der verlässlichsten Dividendenhistorien im US-Aktienmarkt. Die Ausschüttung wurde 51 Jahre in Folge angehoben, aktuell liegt die Rendite bei 3,24 Prozent.
Für die kommenden Monate dürfte vor allem das dritte Quartal zeigen, ob sich die von RBC Capital erwartete Schwäche bei den US-Filialumsätzen bestätigt. Die gespaltenen Kursziele zwischen 260 und 325 Dollar spiegeln letztlich eine Grundsatzfrage wider: ob das milliardenschwere Investitionsprogramm schneller Früchte trägt, als der Markt aktuell einpreist.
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