US-Verbraucher greifen beim Gang durch den Supermarkt immer häufiger zu Eigenmarken der Handelsketten. Für etablierte Markenhersteller wie McCormick verschärft sich dadurch der Wettbewerb spürbar.
Wie eine Branchenumfrage der FMI ergab, beabsichtigen 53 Prozent der Angehörigen der Generation Z und 50 Prozent der Millennials, im kommenden Jahr verstärkt Handelsmarken zu kaufen. Rund 76 Prozent der Befragten stufen die Qualität dieser Produkte mittlerweile als gleichwertig zu klassischen Markenartikeln ein.
Dieser Trend hinterlässt bei dem US-Gewürz- und Aromenkonzern deutliche Spuren. Laut Reuters sank das Absatzvolumen im US-Verbrauchergeschäft im dritten Quartal um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Preiserhöhungen von durchschnittlich 2,2 Prozent reichten nicht aus, um die Abwanderung der Kunden zu günstigeren Alternativen vollständig auszugleichen. Das gesamte Absatzvolumen des Konzerns gab um 0,3 Prozent nach.
Margenstärke gegen Konsumzurückhaltung
Die operative Entwicklung zeigt jedoch ein zweigeteiltes Bild. Während das organische Volumen im US-Konsumentensegment unter Druck steht, konnte das Unternehmen die bereinigte Bruttomarge um 180 Basispunkte steigern. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 0,86 US-Dollar, nachdem der Konzern seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt hatte.
Höhere Kosten belasten allerdings weiterhin die Kalkulation: Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnet das Management mit einer Kosteninflation von 6 bis 7 Prozent.
Zusätzliche Hürden zeichnen sich in der Lieferkette ab. Ein Engpass bei Verpackungskomponenten könnte das Wachstum des gesamten Absatzvolumens im vierten Quartal um bis zu einen Prozentpunkt dämpfen.
Beim organischen Umsatzwachstum stellt die Unternehmensführung für das Gesamtjahr ein Ergebnis am unteren bis mittleren Ende der prognostizierten Spanne in Aussicht. Für das Gesamtjahr 2026 bleibt die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie bei 3,05 bis 3,13 US-Dollar.
Wall Street stutzt die Kursziele
Am Aktienmarkt spiegeln sich die anhaltenden Herausforderungen im Konsumsektor wider. Die Aktie verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 32 Prozent und ging am Freitag bei 39,67 Euro aus dem Handel.
Mehrere Analysehäuser passten am Freitag ihre Erwartungen an das verhaltene Marktumfeld an. Barclays senkte das Kursziel von 55 auf 47 US-Dollar und bestätigte die Einstufung „Equal Weight“. Auch Stifel Nicolaus reduzierte den Zielwert von 55 auf 48 US-Dollar bei einer unveränderten „Hold“-Bewertung.
Trotz des Gegenwinds im klassischen Handelsregal setzt McCormick auf saisonale Impulse: Für das anstehende Jahresendgeschäft brachte der Konzern fünf limitierte Gewürzmischungen auf den US-Markt, um gezielt Konsumenten im Feiertagsgeschäft anzusprechen.
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