Die Gerüchte um eine Übernahme des Laserspezialisten Lumentum setzen Marvell weiter zu. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 218,34 Dollar und verlor 13,24 Prozent. Vorbörslich ging es zuletzt um weitere 4,9 Prozent auf 207,64 Dollar nach unten.
Offiziell bestätigt ist bislang nichts. Berichten zufolge befindet sich Marvell in fortgeschrittenen Gesprächen über den Kauf. Die Anleger quittieren schon die Aussicht auf einen milliardenschweren Zukauf mit Abschlägen.
Rosenblatt sieht Deal-Chance über 50 Prozent
Rosenblatt hält einen Abschluss für wahrscheinlicher als nicht. Die Analysten sprechen von einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent und heben das Kursziel für Lumentum auf 1.300 Dollar an. Die Lumentum-Aktie notiert bei 919,53 Dollar, in einem Jahr hat sie rund 360 Prozent zugelegt.
Rosenblatt rechnet mit einem Preis von 1.100 bis 1.200 Dollar je Lumentum-Aktie. Bis zu 200 Dollar davon flössen demnach in bar, finanziert über neue Marvell-Schulden. Den Rest erhielten die Lumentum-Aktionäre in Aktien des fusionierten Konzerns. Sie hielten danach mehr als ein Drittel der neuen Gesellschaft.
Strategische Logik: Komplettangebot für KI-Netzwerke
Aus Sicht von Rosenblatt wäre der Zusammenschluss strategisch schlüssig. Marvell könnte digitale und analoge Netzwerktechnik, DSP-Chips, Optik und optisches Switching aus einer Hand anbieten. Das wäre ein Vorteil bei ultraschnellen Transceivern und bei Co-Packaged Optics für KI-Verbindungen. Der Konzern träte damit stärker gegen Broadcom an und könnte Kunden wie Alphabet und Nvidia mit knappen, hochmodernen Komponenten beliefern.
Andere Häuser bleiben für Marvell zuversichtlich. Piper Sandler bestätigt „Overweight“ mit einem Kursziel von 400 Dollar, Stifel bleibt bei „Buy“ und 370 Dollar. Stifel weist zugleich auf eine Hürde hin: Der Deal bräuchte Genehmigungen aus den USA und aus China.
Der Markt preist offenbar vor allem Finanzierungs- und Verwässerungsrisiken ein. Neue Schulden und ein hoher Aktienanteil für Lumentum-Eigner belasten die Bewertung, auch wenn die Strategie überzeugt.
Einen konkreten Termin gibt es bei Lumentum: Das Unternehmen legt am 5. November Zahlen vor. Optionsdaten deuten auf eine Kursbewegung von rund 9 Prozent hin. Äußern sich beide Seiten dort oder davor offiziell zu den Gesprächen, dürfte sich zeigen, ob die Rosenblatt-Rechnung aufgeht.
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