Mit einer neuen Sicherheitsinitiative im Cloud-Sektor erweitert Marvell Technology sein Portfolio abseits der reinen Rechenzentrumsbeschleunigung. Am Donnerstag stellten Microsoft, Marvell und der IT-Sicherheitsspezialist Utimaco gemeinsam das Angebot Azure Payment HSM v2 vor.
Die Plattform richtet sich an Finanzinstitute und integriert Marvells LiquidSecurity-Hardware-Sicherheitsmodule, um Zahlungsprozesse auf Cloud-Ebene kryptografisch abzusichern.
Erweiterte Schutzsysteme für Finanztransaktionen
Die Kooperation adressiert wachsende Sicherheitsanforderungen von Banken und Zahlungsdienstleistern bei der Migration ihrer Kernsysteme in virtualisierte Umgebungen.
Durch den Einsatz der spezialisierten Hardware-Module von Marvell soll die Verarbeitung vertraulicher Transaktionsdaten direkt in Microsofts Cloud-Infrastruktur beschleunigt und isoliert werden. Für den Halbleiterhersteller bedeutet das Vorhaben einen weiteren Ausbau seiner Präsenz bei geschäftskritischen Unternehmensanwendungen.
Parallel zu den Sicherheitslösungen treibt der Konzern die physische Netzwerkinfrastruktur für datenintensive Cloud- und KI-Anwendungen voran. Laut Reuters vereinbarte Marvell am Donnerstag den Ausbau einer mehrjährigen Fertigungspartnerschaft mit dem Auftragsfertiger GlobalFoundries.
Ziel ist die Erhöhung der Fertigungskapazitäten für Silizium-Germanium-Halbleiter im Werk Burlington im US-Bundesstaat Vermont. Diese Komponenten bilden die Grundlage für optische Netzwerkprodukte wie steckbare Transceiver sowie optische Schnittstellenlösungen, die bei der schnellen Datenübertragung zwischen Servern zum Einsatz kommen.
Die beiden Infrastrukturvorstöße verdeutlichen das Bestreben des Unternehmens, die gesamte Übertragungs- und Sicherheitskette in modernen Rechenzentren abzudecken. Zuletzt präsentierte das Unternehmen die passenden Konnektivitäts- und Speichertechnologien Mitte der Woche auch auf dem Fachkongress AI Infra Summit im kalifornischen Santa Clara.
Wachstumsziele für die kommenden Geschäftsjahre
Die technologische Expansion stützt die ambitionierten Mittelfristpläne des Managements. Medienberichten zufolge hob die Unternehmensführung am 9. September auf einer Branchenkonferenz der Citigroup den kombinierten Umsatzausblick für die Geschäftsjahre 2027 und 2028 auf 30 Milliarden US-Dollar an.
Davon entfallen 12 Milliarden US-Dollar auf das Geschäftsjahr 2027 und 18 Milliarden US-Dollar auf das nachfolgende Geschäftsjahr 2028. Um die erforderlichen Produktionskapazitäten verbindlich zu sichern, verwies das Management auf eine Vorauszahlungsverpflichtung in Höhe von einer Milliarde US-Dollar für das Geschäftsjahr 2027.
Analysten reagierten positiv auf die Perspektiven. Ebenfalls am 9. September nahm das Analysehaus Piper Sandler die Beobachtung der Marvell-Aktie mit der Einstufung „Overweight“ auf. An den Märkten schlug sich der Ausbau des Geschäfts bereits deutlich nieder. Am Freitag schloss das Papier im deutschen Handel bei 212,60 Euro, was seit Jahresanfang einem Zuwachs von 192 Prozent entspricht.
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