Marvell Technology geriet am Dienstag zusammen mit dem gesamten Halbleitersektor unter Druck. Die Aktie verlor rund 8 Prozent, nachdem steigende Anleiherenditen Anleger aus Technologiewerten trieben. Der Philadelphia Semiconductor Index gab in der Spitze 5 Prozent ab, auch Konkurrenten wie Micron, Western Digital und Sandisk verzeichneten zweistellige Tagesverluste.
Aktuell notiert das Papier bei 183,54 Euro und damit 0,9 Prozent im Minus. Der Titel liegt rund 10 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 205,02 Euro – ein Zeichen dafür, dass der kurzfristige Trend zuletzt gedreht hat, während die Aktie über einen Zeitraum von zwölf Monaten weiterhin ein Plus von 197 Prozent aufweist.
Zinssorgen überschatten die Chip-Branche
Der Ausverkauf traf nicht nur Marvell. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit 2007, die zehnjährige lag bei rund 4,7 Prozent.
Anleger rotierten aus zyklischen Technologiewerten heraus, während Anlagen wie Netflix, Salesforce und Adobe von der Umschichtung profitierten. Für Speicher- und Halbleiterwerte bedeutete das einen der schwächsten Handelstage der vergangenen Wochen, Marvell zählte zu den größten Verlierern im Sektor.
UBS erwartet Milliarden aus KI-Infrastruktur
Trotz des Kursrutsches bleibt die fundamentale Einschätzung mancher Analysten positiv. UBS-Analyst Timothy Arcuri sieht für Marvell erhebliches Wachstumspotenzial durch steigende KI-Infrastruktur-Ausgaben von Google, Meta und Amazon.
Besonders das Custom-ASIC-Geschäft mit Microsoft könnte laut Arcuri zusätzlich 1 bis 2 Milliarden US-Dollar Umsatz generieren, sofern die Stückzahlen die Marke von einer Million überschreiten. Für das Switching-Geschäft rechnet UBS im Jahr 2027 mit Umsätzen von 1,2 Milliarden US-Dollar – das Marvell-Management selbst hatte zuletzt rund 1 Milliarde US-Dollar in Aussicht gestellt.
Der nächste Quartalsbericht ist für den 27. August terminiert und dürfte zeigen, wie belastbar diese Wachstumsprognosen tatsächlich sind.
Institutionelle Investoren bauen Positionen aus
Während der Kurs schwankt, bauen mehrere institutionelle Anleger ihre Marvell-Positionen weiter aus. Mitsubishi UFJ Trust & Banking erhöhte seinen Bestand im zweiten Quartal um 4,9 Prozent auf gut 408.000 Aktien, Meridian Wealth Management stockte um 18,6 Prozent auf.
Laut aktuellen Erhebungen halten institutionelle Investoren rund 83,5 Prozent aller Marvell-Aktien – ein Hinweis darauf, dass große Adressen trotz der Kursschwankungen an der langfristigen Wachstumsstory festhalten.
Auf der Verkäuferseite meldeten sich zuletzt mehrere Führungskräfte: Sandeep Bharathi trennte sich Mitte Juni von Aktien zu 299,13 US-Dollar, President und Chief Operating Officer Chris Koopmans verkaufte Anfang August 10.000 Aktien zu 180,50 US-Dollar im Rahmen eines vorab festgelegten Handelsplans. Solche Verkäufe nach festen Plänen gelten in der Regel als routinemäßig und nicht als Signal mangelnden Vertrauens.
Analysten bewerten die Aktie insgesamt mit „Moderate Buy“ bei einem Kursziel von 244,81 US-Dollar. Angesichts der aktuellen Zinsdynamik dürfte die kurzfristige Kursentwicklung jedoch stärker vom Makroumfeld als von unternehmensspezifischen Nachrichten getrieben werden – bis die Zahlen am 27. August für Klarheit sorgen.
Marvell Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Marvell Technology-Analyse vom 19. August liefert die Antwort:
Die neusten Marvell Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Marvell Technology-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Marvell Technology: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
