Die Aktie von Marvell Technology gibt auch am Montag weiter nach und notiert bei 181,10 Euro, ein Minus von 3,4 Prozent. Ein neuer Unternehmensimpuls fehlt an diesem Handelstag – die Kursbewegung ist der Nachhall der Reaktion auf die Quartalszahlen vom Freitag.
Rekordumsatz konnte Kursrutsch nicht stoppen
Marvell hatte am Donnerstagabend Rekordzahlen für das zweite Geschäftsquartal vorgelegt: Der Umsatz stieg um 37 Prozent auf 2,739 Milliarden Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,94 Dollar.
Der Chiphersteller hob zudem seinen Ausblick für das Geschäftsjahr 2028 an und stellte ein Umsatzwachstum von rund 50 Prozent auf etwa 18 Milliarden Dollar in Aussicht, deutlich mehr als die zuvor genannten 16,5 Milliarden Dollar.
Trotz dieser Zahlen, die die Erwartungen an allen Fronten übertrafen, verkauften Anleger die Aktie am Freitag ab. Der angehobene Ausblick reichte offenbar nicht aus, um die zuvor extrem hoch gesteckten Erwartungen des Marktes zu erfüllen.
Der Ausverkauf setzt sich seither fort. Der Kurs liegt inzwischen rund acht Prozent unter dem Niveau von vor einer Woche, während er auf Sicht von 30 Tagen dank der vorangegangenen Rally noch immer ein Plus von elf Prozent aufweist. Diese Diskrepanz zeigt, wie schnell die Stimmung nach den Zahlen gekippt ist.
Analysten bleiben trotz Rücksetzer optimistisch
Die Reaktion vieler Analysten fiel deutlich positiver aus als die des breiten Marktes. Mehrere Häuser hoben am Freitag ihre Kursziele kräftig an: Oppenheimer erhöhte sein Ziel von 300 auf 325 Dollar, Craig-Hallum von 217 auf 300 Dollar.
Weitere Broker wie UBS, Wells Fargo, Rosenblatt, Roth Capital, Jefferies und RBC siedelten ihre Kursziele im Bereich zwischen 300 und 360 Dollar an und begründeten dies mit der starken Nachfrage aus dem KI-Rechenzentrumsgeschäft sowie den Gewinnen bei kundenspezifischen Chipaufträgen von Hyperscalern.
Rosenblatt ordnete den Kursrückgang nach den Zahlen ausdrücklich als Kaufgelegenheit ein – mit Blick auf den Investorentag Anfang Oktober. Goldman Sachs positionierte sich dagegen zurückhaltender und blieb neutral, mit Verweis auf die im Vergleich zu Wettbewerbern höhere Bewertung sowie Unsicherheit darüber, ob Marvell weitere Kunden für sein Custom-Chip-Geschäft gewinnen kann.
Investor Day als nächster Prüfstein
Die auseinanderklaffenden Einschätzungen zwischen skeptischen Anlegern und optimistischen Analysten dürften sich am 6. Oktober auflösen, wenn Marvell in New York seinen Investor Day abhält.
Vorstandschef Matt Murphy und das Führungsteam wollen dort am Vormittag ihre Strategie vorstellen. Für Anleger wird dieser Termin zur Nagelprobe: Erst dort dürfte sich zeigen, ob die zuletzt angehobenen Kursziele der Analysten Bestand haben oder ob die Skepsis des Marktes berechtigt war.
Bis dahin bleibt die Aktie volatil. Mit einem RSI von 44,8 ist sie weder überkauft noch überverkauft, was auf eine Konsolidierungsphase nach der starken Rally der vergangenen Monate hindeutet. Der Kurs notiert derzeit unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von 196,36 Euro, ein Zeichen dafür, dass der kurzfristige Trend nach der Korrektur eingetrübt ist.
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