Marvell: 325 Prozent in zwölf Monaten

Marvell Technology etabliert sich als führender Designer kundenspezifischer KI-Chips und profitiert von einer strategischen Partnerschaft mit Nvidia sowie starkem Umsatzwachstum.

Auf einen Blick:
  • Kursanstieg von 325 Prozent in zwölf Monaten
  • Rekordumsatz von 8,2 Milliarden Dollar erzielt
  • Nvidia investiert zwei Milliarden Dollar
  • Marktanteil bei Custom-KI-Chips von 25 Prozent erwartet

In zwölf Monaten um 325 Prozent gestiegen. Das ist kein Momentum-Trade mehr — das ist ein strukturelles Urteil des Marktes.

Marvell Technology hat jahrelang darauf hingearbeitet, der bevorzugte Designpartner für Hyperscaler zu werden, die eigene KI-Chips statt Standard-GPUs wollen. 2026 bestätigt sich diese Wette — schneller, als die meisten erwartet hatten. Bei 258,50 Euro notiert die Aktie knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 290,35 Euro. Das Tief von 53,47 Euro aus dem September 2025 liegt inzwischen in einer anderen Welt.

Ein anderes Chipunternehmen

Das Geschäftsmodell ist einfach zu beschreiben, schwer zu replizieren. Nvidia verkauft standardisierte GPU-Beschleuniger. Marvell entwirft maßgeschneiderte KI-Chips für die spezifischen Workloads einzelner Hyperscaler. Das Unternehmen sitzt zwischen den GPU-Anbietern und reinen ASIC-Häusern — und besitzt zusätzlich die optischen und Switching-Schichten drumherum.

Diese doppelte Positionierung hat realen Wert. TrendForce prognostiziert für 2026 ein Wachstum von 45 Prozent im Custom-Chip-Markt — gegenüber 16 Prozent bei GPU-Lieferungen. Marvell reitet nicht einfach die KI-Welle. Das Unternehmen reitet die schnellere Strömung darin.

Die Zahlen hinter der Rally

Marvell erzielte im Geschäftsjahr 2026 einen Rekordumsatz von 8,195 Milliarden Dollar — ein Plus von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 setzte mit 2,418 Milliarden Dollar erneut einen Rekord, 28 Prozent über dem Vorjahreswert. Der operative Cashflow erreichte 638,8 Millionen Dollar.

Die Guidance wurde deutlich angehoben. Für das Gesamtjahr 2027 plant das Management mit 11,5 Milliarden Dollar Umsatz — ein Wachstum von 40 Prozent. Für 2028 stehen 16,5 Milliarden Dollar im Plan, nochmals 45 Prozent mehr. Für das laufende zweite Quartal erwartet Marvell rund 2,7 Milliarden Dollar Umsatz.

Das Nvidia-Signal

Das folgenreichste Ereignis des vergangenen Quartals war kein Earnings-Beat. Im März 2026 kündigten Nvidia und Marvell eine strategische Partnerschaft an. Nvidia investiert zwei Milliarden Dollar in Marvell. Im Gegenzug liefert Marvell maßgeschneiderte XPUs und NVLink-Fusion-kompatible Netzwerktechnologie — Nvidia steuert Vera CPUs, ConnectX NICs, BlueField DPUs und Spectrum-X Switches bei.

Das ist keine gewöhnliche Lieferantenvereinbarung. Es ist eine Ökosystem-Integration. Marvells Custom-Chips bleiben kompatibel mit Nvidias Infrastruktur — und damit auch abhängig davon. Kein Wunder, dass der Markt das als Ritterschlag wertet.

Auf der Computex 2026 in Taipeh erschien Nvidia-CEO Jensen Huang gemeinsam mit Marvell-CEO Matt Murphy auf der Bühne. Huang bezeichnete Marvell als „nächstes Billionen-Dollar-Unternehmen“ und nannte seine Netzwerk- und Konnektivitätschips „unverzichtbar“ für KI-Rechenzentren. Die Aktie legte an diesem Tag mehr als 32 Prozent zu.

Akquisitionen erweitern den Vorsprung

Organisches Wachstum allein reicht Marvell nicht. Im Februar 2026 schloss das Unternehmen die Übernahmen von Celestial AI und XConn Technologies ab. Celestial AI kostete 3,25 Milliarden Dollar und bringt photonische Fabric-Technologie ins Portfolio. Beide Akquisitionen flossen bereits in die Q1-Ergebnisse ein.

Parallel verhandelt Google mit Marvell über die Entwicklung zweier neuer KI-Chips — eine speicherverarbeitende Einheit und einen inferenzoptimierten TPU. Nvidia, Google, Amazon, Microsoft: Marvell sitzt gleichzeitig an mehreren Hyperscaler-Roadmaps. Das ist die eigentliche Geschichte hinter den Kursen.

Was die Bewertung sagt — und was nicht

Hier wird es unbequem. Bei einer Marktkapitalisierung von knapp 200 Milliarden Euro und einem Kurs, der 73 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt liegt, verlangen die Zahlen eine ehrliche Betrachtung. Der Konsens der Analysten sieht ein Kursziel von 202 Euro — rund 22 Prozent unter dem aktuellen Kurs. Der RSI liegt bei 71,7. Die kurzfristige Überdehnung ist real.

Reicht die aktuelle Bewertung aus, um das Wachstum bis 2028 bereits vollständig einzupreisen — oder haben die Guidance-Anhebungen noch weiteres Potenzial?

Counterpoint Research schätzt Marvells Anteil am Custom-AI-Accelerator-Markt bis 2027 auf rund 25 Prozent — hinter Broadcom mit etwa 60 Prozent. Dieser Markt soll bis 2033 auf 118 Milliarden Dollar wachsen. Genau das ist die Logik, die Investoren heute einpreisen. Ob der Kurs von 258,50 Euro diese Zukunft bereits spiegelt oder ob die Guidance-Upgrades noch nicht vollständig im Modell ankommen, bleibt offen — aber die strukturelle Transformation ist es nicht. Marvell hat sich vom unscheinbaren Netzwerk-Chipanbieter zum unverzichtbaren Baustein der KI-Infrastruktur entwickelt. Dieser Wandel ist vollzogen.

Marvell Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Marvell Technology-Analyse vom 09. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Marvell Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Marvell Technology-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Marvell Technology: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Disclaimer

Hinweis: Teile dieses Artikels wurden mithilfe Künstlicher Intelligenz erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Die auf finanztrends.de angebotenen Beiträge dienen ausschließlich der Information. Die hier angebotenen Beiträge stellen zu keinem Zeitpunkt eine Kauf- beziehungsweise Verkaufsempfehlung dar. Sie sind nicht als Zusicherung von Kursentwicklungen der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren ist risikoreich und birgt Risiken, die den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bewirken können. Die auf finanztrends.de veröffentlichen Informationen ersetzen keine, auf individuelle Bedürfnisse ausgerichtete, fachkundige Anlageberatung. Es wird keinerlei Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden übernommen. finanztrends.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinen Einfluss und vor Veröffentlichung sämtlicher Beiträge keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand dieser. Die Veröffentlichung der namentlich gekennzeichneten Beiträge erfolgt eigenverantwortlich durch Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen o.ä. Demzufolge kann bezüglich der Inhalte der Beiträge nicht von Anlageinteressen von finanztrends.de und/ oder seinen Mitarbeitern oder Organen zu sprechen sein. Die Gastkommentatoren, Nachrichtenagenturen usw. gehören nicht der Redaktion von finanztrends.de an. Ihre Meinungen spiegeln nicht die Meinungen und Auffassungen von finanztrends.de und deren Mitarbeitern wider. (Ausführlicher Disclaimer)