Fast 30 Prozent Wertverlust in nur 30 Tagen. So brutal fällt die Bilanz für Marvell Technology aus, nachdem die Aktie am Freitag um 7,05 Prozent auf 171,06 Euro einbrach. Der Chiphersteller, dessen Kurs sich seit Jahresbeginn noch immer mehr als verdoppelt hat, steckt mitten in einer scharfen Korrektur.
Der Ausverkauf trifft die ganze Branche
Firmenspezifische Nachrichten gab es am Freitag keine. Der Kursrutsch bei Marvell war Teil einer breiten Schwäche im Halbleitersektor. Anleger sorgen sich zunehmend, ob das Tempo der KI-Infrastrukturausgaben hoch bleibt.
Auch asiatische Technologiewerte gerieten am 24. Juli unter Druck. SoftBank, Kioxia, SK Hynix und Samsung verzeichneten deutliche Verluste. Die Sorge: Cloud-Betreiber könnten ihre Investitionen in Rechenzentren und Netzwerktechnik drosseln.
Hinter der Tagesbewegung stehen tiefere strukturelle Zweifel. Immer mehr Hyperscaler entwickeln eigene Chips. Das könnte den adressierbaren Markt für Marvells optische und Netzwerklösungen langfristig schrumpfen lassen. Analysten warnen zudem vor der hohen Bewertung der Aktie. Ihr Kurs-Gewinn-Verhältnis setzt praktisch fehlerfreies Wachstum bei den KI-Chipprojekten voraus. Weicht ein Wachstumssignal aus dem Rechenzentrumsgeschäft nur leicht von den optimistischen Erwartungen ab, drohen heftige Kursausschläge.
Ein Monat der Extreme
Der Freitag war nicht der erste Schock des Monats. Bereits Anfang Juli war die Aktie an einem einzigen Handelstag um 8,4 Prozent eingebrochen. Auslöser damals: TSMC hatte trotz starkem Umsatz die Investitionsausgaben nach oben korrigiert und damit den freien Cashflow belastet. Das setzte eine Verkaufswelle fort, die tags zuvor bereits ASML ausgelöst hatte.
Trotz der jüngsten Talfahrt bleibt Marvell für das Jahr 2026 klar im Plus. Der frühere Höhenflug speiste sich vor allem aus der wachsenden Rolle des Unternehmens bei KI-Rechenzentren. Ein zentraler Baustein: die erweiterte Zusammenarbeit mit Nvidia, samt Integration in das NVLink-Ökosystem und einer Vorzugsaktien-Investition über 2 Milliarden US-Dollar.
Analysten uneins über den fairen Wert
Die Wall Street ist gespalten. Laut Daten von S&P Global trägt Marvell im Konsens ein „Strong Buy“-Rating, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 254,41 US-Dollar. Das würde ein Aufwärtspotenzial von rund 23 Prozent bedeuten. Allerdings reicht die Spanne der Einzelschätzungen von 110 bis 400 US-Dollar — ein ungewöhnlich großer Abstand, der die Unsicherheit im Markt widerspiegelt.
KeyBanc zählt zu den optimistischsten Stimmen. Die Bank hob ihr Kursziel im Juli von 385 auf 400 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Erste Group schlug den entgegengesetzten Weg ein und stufte die Aktie von Buy auf Hold zurück. Begründung: die hohe Bewertung nach dem steilen Kursanstieg der vergangenen Monate.
Rechenzentrumsgeschäft als Prüfstein
Der Kurs notiert derzeit rund 41 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 290,35 Euro, erreicht Anfang Juni. Der Fokus der Anleger verschiebt sich damit von reiner Kursdynamik zu den Fundamentaldaten.
Das Rechenzentrumsgeschäft macht mittlerweile 76 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das Management rechnet für das Geschäftsjahr 2027 mit einem Wachstum von etwa 50 Prozent, im Jahr darauf soll sich das Tempo auf 55 Prozent beschleunigen. Ob Marvell diese Ziele trotz zurückhaltender Investitionslaune der Hyperscaler und wachsender Konkurrenz durch selbst entwickelte Chips erreicht, dürfte darüber entscheiden, ob sich die aktuelle Schwächephase als Einstiegschance oder als Beginn einer tieferen Bewertungskorrektur erweist.
Für den Moment bleibt die Aktie in einer klaren Korrekturphase gefangen. Die langfristige Wachstumsgeschichte rund um künstliche Intelligenz ist intakt, kurzfristig aber wächst die Nervosität darüber, wie schnell sich dieses Wachstum tatsächlich in Zahlen niederschlägt.
Marvell Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Marvell Technology-Analyse vom 25. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Marvell Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Marvell Technology-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Marvell Technology: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
