Die Aktien der sogenannten Magnificent Seven – Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Nvidia, Microsoft und Tesla – haben seit Jahresbeginn 7,2 Prozent verloren. Der breite S&P 500 hingegen gab im gleichen Zeitraum nur 0,89 Prozent nach. Was nach einer kurzfristigen Schwäche aussehen könnte, interpretieren Marktbeobachter als grundlegenden Wandel. Die Ära der überragenden Performance dieser Tech-Giganten scheint zu Ende zu gehen.
Der Analyst Michael Hartnett von BofA Securities hatte den Begriff 2023 geprägt. Seitdem legten die sieben Unternehmen beeindruckend zu: 76 Prozent in 2023, 47,5 Prozent in 2024 und noch 19,3 Prozent im vergangenen Jahr. Selbst bei nachlassender Dynamik steuerten sie 2024 noch 42 Prozent zur Gesamtrendite des S&P 500 bei, wie Matthew Smart von WWM Investments errechnet hat. Ihr Anteil an der Marktkapitalisierung des Index beträgt rund ein Drittel.
Künstliche Intelligenz als Bumerang für Tech-Konzerne
Was die aktuelle Situation von früheren Schwächephasen unterscheidet, ist die Rolle der künstlichen Intelligenz. Peter Berezin, Chef-Stratege bei BCA Research, sieht gleich mehrere Bedrohungen. Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta investieren massiv in Rechenzentren und Nvidia-Chips. Berezin beziffert die Investitionsausgaben für 2026 auf 670 Milliarden Dollar, nach 410 Milliarden in 2025 und 240 Milliarden in 2024. Der freie Cashflow sinkt drastisch, bei Oracle ist er bereits negativ.
Diese Ausgaben drücken auf die Margen und machen die Bilanzen komplexer. Doch Berezin geht in seiner Analyse weiter: KI bedrohe die drei klassischen Profitquellen der Tech-Konzerne: Skaleneffekte, Netzwerkeffekte und proprietäre Technologien. KI senke die Eintrittsbarrieren für Software-Entwicklung erheblich, da nun praktisch jeder programmieren könne. Gleichzeitig verwandele sie die kapitalleichten Geschäftsmodelle in kapitalintensive, was der iShares Expanded Tech-Software Sector ETF mit einem Minus von 30 Prozent vom Jahreshoch bereits widerspiegelt.
Netzwerkeffekte verlieren an Kraft
Bei den Netzwerkeffekten, die Facebook, YouTube und LinkedIn groß gemacht haben, sieht Berezin zwei Probleme. KI-Bots überfluten die Plattformen mit gefälschten Inhalten und fragwürdigen Angeboten, was Nutzer abschreckt. Noch gravierender erscheint die Möglichkeit, dass KI-Systeme personalisierte Content-Feeds erstellen, die plattformübergreifend funktionieren. Ein YouTube-Influencer könnte dann seine Inhalte überall veröffentlichen und würde trotzdem von KI-Algorithmen gefunden.
Auch bei proprietären Technologien schwindet der Vorsprung. Da viele Komponenten für KI-Systeme quelloffen sind, dürfte es schwierig werden, eine Monopolstellung aufzubauen. Unternehmen wie Microsoft und Alphabet, die KI in ihre Kernprozesse integrieren, verlieren dadurch an Differenzierung.
Der Markt scheint diese Entwicklung bereits einzupreisen. Der Defiance Large Cap ex-Mag 7 ETF, der alle S&P-500-Aktien außer den sieben Tech-Riesen enthält, legte seit Jahresbeginn um 1,89 Prozent zu. Sylvia Jablonski, Investmentchefin bei Defiance ETFs, beobachtet solche Phasen immer wieder. Am Ende wird es darauf hinauslaufen, welche der sieben Unternehmen sich am besten anpassen können. Es wird sich zeigen, wer von ihnen dann noch als „glorreich“ wahrgenommen wird.
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