Madison Air Solutions hat mit einer 2,25-Milliarden-Dollar-Privatplatzierung Klarheit in die Finanzierung der milliardenschweren ebm-papst-Übernahme gebracht. Die Aktie legte am Dienstag um 10 Prozent zu und schloss bei 27,57 US-Dollar.
Platzierung sichert Übernahme ab
Der Konzern gibt gut 90,1 Millionen neue Aktien zu je 24,97 US-Dollar aus. Der Erlös von rund 2,25 Milliarden US-Dollar fließt in die Finanzierung des Kaufs von ebm-papst Mulfingen, für den Madison Air einen effektiven Kaufpreis von 5,0 Milliarden US-Dollar nach Steuervorteilen zahlt. Das entspricht dem 14,6-Fachen des für 2026 erwarteten EBITDA von ebm-papst, unter Einbeziehung geplanter Synergien reduziert sich das Multiple auf das Zehnfache. Der Abschluss der Übernahme wird zum Jahresende 2026 erwartet.
Chairman Larry Gies beteiligt sich mit 300 Millionen US-Dollar an der Platzierung, die Muttergesellschaft Madison Solutions mit weiteren 320 Millionen US-Dollar. Die verbundenen Investoren um Gies bringen laut Berichten insgesamt rund 620 Millionen US-Dollar ein und unterliegen einer einjährigen Haltefrist. Der Abschluss der Transaktion wird für den 1. September erwartet.
Analysten werten die Finanzierungsstruktur positiv, weil sie die Unsicherheit rund um den Deal reduziert. Die Übernahme soll bereits im ersten Jahr gewinnsteigernd wirken, die Netto-Verschuldung soll binnen zwei Jahren unter das 2,5-Fache des EBITDA sinken. ebm-papst selbst erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 2,8 Milliarden US-Dollar und ein EBITDA von etwa 343 Millionen US-Dollar. Madison Air rechnet mit jährlichen Synergien von 160 Millionen US-Dollar bis zum dritten Jahr nach Vollzug.
Starke Quartalszahlen untermauern die Rally
Der Kurssprung fällt mit robusten Geschäftszahlen zusammen. Madison Air übertraf im zweiten Quartal die Erwartungen: Der Gewinn je Aktie lag bei 0,31 US-Dollar gegenüber prognostizierten 0,24 US-Dollar, der Umsatz stieg um 20,9 Prozent auf 991,3 Millionen US-Dollar. Auf Jahresbasis meldet das Unternehmen einen Umsatz von 3,34 Milliarden US-Dollar bei einem Nettogewinn von 97 Millionen US-Dollar.
Analysten stufen die Aktie überwiegend als Kauf ein, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 41 US-Dollar, wobei die Spanne der Schätzungen von 33 bis 45 US-Dollar reicht.
Charttechnik zeigt noch Nachholbedarf
Trotz des kräftigen Tagesgewinns bleibt die Aktie unter Druck der jüngeren Vergangenheit: Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Minus von 20 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch von 44,50 US-Dollar aus dem Juni fehlen der Aktie noch 38 Prozent.
Der Titel notiert damit weiterhin deutlich unter seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 33,67 US-Dollar. Ein RSI von 39,1 signalisiert, dass die Aktie trotz der jüngsten Erholung noch nicht überkauft ist – Anleger dürften die Kursreaktion daher eher als Stabilisierungsversuch nach schwachem Vormonat lesen denn als nachhaltige Trendwende.
Die hohe annualisierte Volatilität von 66 Prozent der vergangenen 30 Handelstage unterstreicht, dass der Markt die Übernahme und ihre Finanzierung weiterhin mit erheblicher Unsicherheit bepreist. Bis zum offiziellen Abschluss der ebm-papst-Übernahme zum Jahresende dürfte die Aktie entsprechend nachrichtengetrieben bleiben.
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