Lyxor MSCI Taiwan ETF: Odd-Lot-Reform ab 7. Dezember

Taiwans Exporte erreichen dank KI-Nachfrage neue Höchststände, das BIP wächst rasant. Analysten erhöhen Gewinnprognosen, der MSCI Taiwan ETF legt deutlich zu.

Auf einen Blick:
  • Exportaufträge erreichen historischen Rekordwert
  • BIP-Wachstum von 12,92 Prozent im Q2
  • Analysten erhöhen Gewinnprognosen deutlich
  • ETF-Performance seit Jahresbeginn bei 52 Prozent

Der taiwanesische Aktienmarkt hat die Handelswoche mit deutlichen Gewinnen beendet, gestützt durch historische Rekordwerte bei den Exportaufträgen und ein massives Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal.

Vor allem die ungebrochene Nachfrage nach Hardware für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) sorgt für eine Fortsetzung der seit 18 Monaten anhaltenden Wachstumsphase. Während der breite Markt gestern um 0,65 Prozent zulegte, notierte der Lyxor MSCI Taiwan UCITS ETF am Freitag zum Handelsschluss bei 107,98 Euro.

Exportboom durch KI-Nachfrage erreicht neue Höchststände

Medienberichten zufolge meldete das taiwanesische Wirtschaftsministerium für Juli einen sprunghaften Anstieg der Exportaufträge um 61,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit einem Volumen von 97,94 Milliarden US-Dollar markiert dies einen neuen historischen Höchststand. Besonders kräftig wuchs der Sektor für Informations- und Kommunikationstechnologie mit einem Plus von 89,5 Prozent, gefolgt von der Elektroniksparte mit 71,7 Prozent Zuwachs.

Diese Dynamik spiegelt sich auch in den gesamtwirtschaftlichen Daten wider. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Taiwans stieg im zweiten Quartal um 12,92 Prozent, was den stärksten Zuwachs für diesen Zeitraum seit rund 40 Jahren darstellt.

Für das gesamte Jahr 2026 hob das Statistikamt die Wachstumsprognose auf 11,05 Prozent an. Haupttreiber sind die massiven Investitionen globaler Technologiekonzerne in Server-Infrastruktur und Halbleiter. Allein die Aufträge aus den USA stiegen im Juli um 88,9 Prozent auf über 40 Milliarden US-Dollar.

Analysten heben Gewinnprognosen für Unternehmen an

Angesichts der starken Wirtschaftsdaten zeigen sich Marktbeobachter zunehmend optimistisch für die Unternehmensgewinne. Die Analysten von KGI Securities korrigierten ihre Erwartungen für das Gewinnwachstum der börsennotierten Unternehmen in Taiwan für das laufende Jahr auf 50 Prozent nach oben.

Besonders im KI-Sektor wird mit einem Plus von 60 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal erreichten die Nettogewinne der Unternehmen bereits einen Rekordwert von 1,8 Billionen Taiwan-Dollar.

Trotz der jüngsten Volatilität an den globalen Märkten weist der ETF mit einem Plus von 52 Prozent seit Jahresbeginn eine starke Performance auf. Im gestrigen Handel profitierten Schwergewichte wie TSMC, deren Aktie um 1,47 Prozent zulegte, sowie MediaTek mit einem Plus von 2,43 Prozent von der Erholung. Auch der Finanzsektor zeigte Stärke und verzeichnete einen Zuwachs von 2,53 Prozent.

Marktumfeld und strukturelle Anpassungen

Neben den fundamentalen Daten rücken strukturelle Marktveränderungen in den Fokus. Die taiwanesische Börse kündigte an, den Handel mit Kleinstaktien (Odd-Lot Trading) ab dem 7. Dezember zu reformieren, um die Markteffizienz zu steigern und den Zugang für Privatanleger zu erleichtern. Die Analysten der UBS bevorzugen im aktuellen Umfeld verstärkt Konsum- und Industriewerte, da sich das Wachstum über den reinen Technologiesektor hinaus ausbreitet.

Allerdings mahnen Experten auch zur Vorsicht hinsichtlich steigender Anleiherenditen. Da Technologieunternehmen im bisherigen Jahresverlauf in hohem Maße Kapital über den Anleihenmarkt aufgenommen haben, könnten steigende Zinsen die Bewertungen der Wachstumstitel unter Druck setzen.

Der ETF notiert damit aktuell rund 15 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 127,66 Euro, das im Juni erreicht wurde. Für den Monat August wird eine Fortsetzung der hohen Auftragseingänge im Bereich von 97 bis 99 Milliarden US-Dollar prognostiziert.

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