Reichtum aus der Tech-Branche stützt das Geschäft in Amerika, während geopolitische Krisen den europäischen Markt lähmen. Bernard Arnault präsentiert für das erste Halbjahr 2026 ein Zahlenwerk der Gegensätze. Der Nettogewinn liegt mit 5,7 Milliarden Euro zwar über den Erwartungen, aber die Anleger reagieren skeptisch.
Schmuck glänzt, Mode schwächelt
Uhren und Schmuck entwickelten sich im zweiten Quartal zum klaren Wachstumstreiber des Konzerns. Marken wie Tiffany und Bulgari profitierten von der hohen Nachfrage nach Sachwerten und legten organisch um elf Prozent zu. Wohlhabende Kunden setzen in unsicheren Zeiten verstärkt auf bleibende Werte, was den Absatz der Hard-Luxury-Sparte stützte.
Das Kerngeschäft mit Mode und Lederwaren blieb hinter dieser Dynamik zurück. Mit einem organischen Plus von einem Prozent verfehlte die wichtigste Sparte die Analystenprognosen von 1,7 Prozent knapp. Neue Store-Konzepte in Peking und Seoul sowie frische Impulse bei Dior durch Designer Jonathan Anderson konnten die allgemeine Zurückhaltung der Konsumenten nicht vollständig abfedern.
Regionaler Grabenbruch
Der US-Markt erwies sich als Rettungsanker. Die Nachfrage beschleunigte sich dort im zweiten Quartal auf ein organisches Plus von sechs Prozent. Das Management führt diesen Aufschwung auf den neuen Wohlstand zurück, der in den Sektoren Technologie und Künstliche Intelligenz entstanden ist.
In Europa und der Golfregion sieht die Lage weniger freundlich aus. Der Konflikt im Nahen Osten belastet die Konsumlaune und den Tourismus spürbar. Währungseffekte drückten das Ergebnis parallel dazu mit rund 700 Millionen Euro ins Minus.
Vorsichtiger Ausblick belastet
Die operative Marge hielt sich im ersten Halbjahr stabil bei 22,5 Prozent. Trotz der soliden Erträge spiegelt der Aktienkurs die Unsicherheit der Investoren wider. Das Papier notiert bei 458,50 Euro und hat seit Jahresbeginn rund 28 Prozent an Wert verloren. Der Kurs liegt damit nur noch vier Prozent über seinem Jahrestief.
Finanzchefin Cecile Cabanis verwies auf verbesserte Trends in den meisten Regionen, warnte aber vor dem schwierigen geopolitischen Umfeld. Analysten der RBC bezeichneten den Bericht zwar als beruhigend, äußerten jedoch Zweifel an den Zielen für die zweite Jahreshälfte. Das Unternehmen setzt für die kommenden Monate auf eine Stabilisierung durch den US-Markt und die ungebrochene Stärke im Schmucksegment.
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