LVMH passt seine Produktzuteilung und Einzelhandelsplanung an das veränderte Verbraucherverhalten in Asien an. Medienberichten von heute zufolge berücksichtigt der Konzern dabei auch Währungsschwankungen in China und anderen wichtigen Märkten. Die Anpassung trifft auf einen grundlegenden Wandel: Chinesische Kunden greifen verstärkt zu gebrauchten Luxuswaren und heimischen Marken.
Gebrauchte Luxuswaren gewinnen an Bedeutung
Wie AFP heute berichtet, erholt sich Chinas Wirtschaft weiterhin nur schleppend. Louis Vuitton schloss in den vergangenen zwei Jahren fünf Filialen auf dem chinesischen Festland. Für LVMH geht es damit nicht allein um schwächere Nachfrage, sondern auch um veränderte Kaufentscheidungen.
Der Griff zu Secondhand-Produkten verschiebt Ausgaben innerhalb des Luxusmarktes. Das Interesse an Luxuswaren verschwindet dadurch nicht zwangsläufig. Für Anbieter neuer Produkte verschärft sich jedoch der Wettbewerb um Kunden, die stärker auf den Preis achten.
Die Zahlen von Bain verdeutlichen diese Verschiebung: Chinas Markt für persönliche Luxusgüter schrumpfte 2025 um 3–5%. Gleichzeitig wuchs der chinesische Secondhand-Luxusmarkt um 15–20%.
Für Anleger ist diese gegenläufige Entwicklung entscheidend. Eine Belebung des Handels mit gebrauchten Taschen oder anderen Luxusartikeln bedeutet nicht automatisch eine Erholung des Neugeschäfts von LVMH. Die Anpassung der Produktzuteilung und Filialplanung adressiert deshalb einen Markt, dessen Nachfrage sich nicht nur abschwächt, sondern auch neu verteilt.
Nordamerika federt die Schwäche ab
Im dritten Quartal 2026 sank der Asien-Umsatz von LVMH gegenüber dem Vorjahr um 5%. In den USA legte er dagegen um 5% zu.
Finanzchefin Cécile Cabanis führte die Verschlechterung auf den Einbruch des Verbrauchervertrauens in China zurück. Die robuste amerikanische Nachfrage bildet damit ein Gegengewicht. Sie ändert aber nichts daran, dass LVMH seine Planung auf unterschiedliche regionale Entwicklungen ausrichten muss.
Auch die jüngst vorgelegten Umsatzzahlen unterstreichen den Druck auf das Kerngeschäft: Mode und Lederwaren verzeichneten im dritten Quartal einen Rückgang von 5%. Erwartet worden war ein Minus von 1,8%.
China bleibt wichtig, Wachstum ist unsicher
Bank of America sieht China weiterhin als wichtigen Markt. Das Analysehaus bezweifelt allerdings, dass das Land in den kommenden zwei bis drei Jahren als Wachstumsmotor dienen kann.
Für LVMH liegt die Herausforderung deshalb nicht bloß darin, auf eine konjunkturelle Erholung zu warten. Die stärkere Orientierung an gebrauchten Waren und lokalen Marken verlangt eine Anpassung des Angebots und der Handelsplanung. Entscheidend wird, ob der Konzern seine Produkte dort platzieren kann, wo Kunden weiterhin bereit sind, neue Luxuswaren zu kaufen.
LVMH-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue LVMH-Analyse vom 20. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten LVMH-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für LVMH-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
