LVMH muss sich auf Belastungen in zwei wichtigen Absatzmärkten einstellen. Reuters berichtete gestern über Chinas verschärftes Vorgehen gegen vermögende Steuerpflichtige und Anzeichen schwächerer Konsumausgaben in den USA. Damit stehen kurzfristige Nachfragerisiken einer längerfristigen Erholungshoffnung gegenüber: Eine neue Kaufempfehlung setzt auf bessere Geschäfte mit Lederwaren ab 2027, nicht auf eine bereits belegte Trendwende.
Zwei Märkte belasten die Erwartungen
Der Druck aus den USA lässt sich an den Ausgaben für Luxusmarken ablesen. Nach Angaben von Citi gingen die entsprechenden Kreditkartenausgaben im September den dritten Monat in Folge zurück. Reuters berichtete darüber am Dienstag und nannte LVMH unter den Luxusgruppen mit Engagement im US-Markt.
Für Anleger ist vor allem die Dauer dieser Schwäche relevant. Die Ausgabendaten liefern keinen Beleg für eine Stabilisierung der amerikanischen Luxusnachfrage. Sie verstärken vielmehr das Risiko, dass die Konsumzurückhaltung auch LVMHs Geschäft belastet. Wie stark dieser Effekt ausfällt, lässt sich daraus allein allerdings nicht ableiten.
In China kommt ein anderer Belastungsfaktor hinzu. Das Vorgehen gegen vermögende Steuerpflichtige erhöht laut Reuters den Druck vor der nächsten Umsatzveröffentlichung. Die beiden Entwicklungen betreffen unterschiedliche Ursachen möglicher Kaufzurückhaltung. Gemeinsam erschweren sie eine optimistische Einordnung der kurzfristigen Nachfrage.
Analysten erwarten einen Quartalsumsatz von 18,5 Milliarden Euro und damit ein Wachstum von 1% gegenüber dem Vorjahr. Das ist eine Schätzung, kein gemeldetes Ergebnis. LVMH hat die Veröffentlichung seines Umsatzes für das dritte Quartal 2026 am 12. Oktober nach dem Pariser Börsenschluss angekündigt.
Die Erwartung deutet auf begrenztes Wachstum hin. Entscheidend wird deshalb nicht nur sein, ob LVMH sie erfüllt. Die Veröffentlichung wird auch zeigen, wie belastbar diese Umsatzannahme angesichts der beschriebenen Nachfragerisiken war.
Kaufempfehlung setzt auf längeren Horizont
Goldman Sachs nahm die Bewertung von LVMH am 4. Oktober mit einer Kaufempfehlung auf. Das Kursziel beträgt 500 Euro. Als Begründung nannte das Analysehaus eine mögliche Erholung des Lederwarengeschäfts ab 2027.
Diese Einschätzung widerspricht den kurzfristigen Warnsignalen nicht zwangsläufig. Sie setzt auf einen späteren Aufschwung und bleibt damit eine Prognose. Für Anleger liegt der Unterschied im Zeithorizont: Die schwächeren US-Ausgaben sind bereits beobachtet, die Erholung der Lederwaren ist bislang eine Erwartung. Die Kaufempfehlung liefert deshalb keinen Nachweis dafür, dass LVMH die gegenwärtigen Nachfrageprobleme bereits überwunden hat.
LVMH-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue LVMH-Analyse vom 10. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten LVMH-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für LVMH-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
