Die Geduld der Investoren scheint am Ende. Bernard Arnault lenkt LVMH seit fast 40 Jahren, doch eine klare Nachfolgeregelung fehlt weiterhin. Jetzt melden sich erstmals Großaktionäre öffentlich zu Wort und fordern Transparenz. Der 76-Jährige hat die Altersgrenze für seine Doppelrolle als CEO und Chairman im April letzten Jahres zum zweiten Mal angehoben, auf 85 Jahre.
Stefan Bauknecht von der DWS, dem zwölftgrößten Aktionär von LVMH, bringt es auf den Punkt. Die Nachfolgeplanung erscheine unklar und undurchsichtig. Man wolle mehr Transparenz und einen Plan, wie es weitergehen soll. Ariane Hayate von Edmond de Rothschild wird noch deutlicher. Vor zehn Jahren sei die Nachfolgefrage kein dringendes Thema gewesen. Heute sei sie ein Risikofaktor und führe zu einem Governance-Abschlag auf das Unternehmen.
LVMH selbst gibt sich wortkarg. Nachfolgepläne für Führungskräfte seien nicht öffentlich, würden aber offensichtlich existieren. Eine konkrete Aussage zu Arnaults Rolle fehlt. Der Patriarch selbst scheint das Thema nicht sonderlich zu beschäftigen. Im Dezember sagte er gegenüber CNBC, man solle ihn in zehn Jahren nochmal fragen. Dann könne er eine präzisere Antwort geben.
Die Fünf-Kinder-Frage bleibt offen
Alle fünf Kinder Arnaults sind in Führungspositionen bei LVMH tätig. Delphine leitet Christian Dior Couture, Antoine ist Chef der Holding Christian Dior SE, Alexandre wurde kürzlich stellvertretender CEO der Wein- und Spirituosensparte Moët Hennessy. Frederic übernahm die italienische Kaschmirmarke Loro Piana, Jean arbeitet in der Uhrensparte von Louis Vuitton. Eine Umstrukturierung der Holding-Gesellschaften 2022 zeigt, dass jedes der fünf Kinder 20 Prozent an der neuen Einheit Agache Commandite SAS hält.
Doch genau hier liegt das Problem. Entscheidungen würden künftig mit einer Mehrheit von drei Kindern getroffen. Professor Eric Pichet von der Kedge Business School nennt das eine Zeitbombe. In der zweiten Generation gebe es immer Spannungen. Wenn man zu fünft sei, könne man dem nicht ausweichen. Mehrere Großinvestoren erwarten mittlerweile, dass die ungeklärte Nachfolgefrage den Aktienkurs belasten wird. Arnault hat Zeit gekauft, aber keine Antworten geliefert. Für Anleger wird das zunehmend zum Problem.
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