Die LVMH-Aktie handelte am Dienstag zum Börsenauftakt mit 2 Prozent im Minus. Kein Wunder, denn die Q1-Zahlen sahen auf den ersten Blick nicht gut aus. Alle Segmente zeigten auf berichteter Basis Rückgänge, der Gesamtumsatz fiel um 6% im Jahresvergleich auf 19,1 Milliarden Euro. Das ist die Schlagzeile, die hängen bleibt.
Doch dann kommt das organische Wachstum. Und da sieht die Welt schon anders aus.
Organisch läuft es besser als gedacht
Bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen legte der Umsatz um 1% zu. Wein und Spirituosen wuchsen, Uhren und Schmuck wuchsen, der Selektive Einzelhandel wuchs. Fashion und Lederware gaben nach, Parfum und Kosmetik stagnierten. Unterm Strich also ein kleines Plus. Der Nahost-Konflikt drückte das organische Wachstum dabei um rund einen Prozentpunkt, wie LVMH selbst einräumt. Ohne diesen Gegenwind wäre es ein deutlicheres Plus geworden.
Europa und Japan zeigten sich mit stabiler lokaler Nachfrage, während das Touristengeschäft schwächer lief. Asien verbesserte sich weiter, wenn auch langsam.
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Tiffany glänzt, DFS verkauft
Im Segment Uhren und Schmuck stach Tiffany heraus. LVMH sprach von einer „exzellenten Performance“, befeuert durch eine neue Marketingkampagne und Präsentation von Hochschmuck-Kollektionen in Gstaad und Peking. Sephora gewann in allen Regionen Marktanteile, was für den Selektiven Einzelhandel ein solides Ergebnis bedeutet.
Weniger glanzvoll lief es für DFS, LVMHs Reise-Einzelhändler. Der Konzern verkauft das Chinageschäft an China Tourism Group Duty Free und gibt die Konzessionen an den Flughäfen Los Angeles und San Francisco an Duty-Free Americas ab. Ein Rückzug aus einem Segment, das offensichtlich nicht mehr zur Kernstrategie passt.
Champagner und Cognac als überraschende Lichtblicke
Im Segment Wein und Spirituosen half ausgerechnet das Formel-1-Sponsoring den Champagnerverkauf anzukurbeln. Cognac profitierte vom günstigen Kalendereffekt rund um das chinesische Neujahrsfest. Beides klingt nach kleinen Faktoren, war aber demnach relevant genug, um das Segment ins Plus zu hieven.
Sechs Prozent Minus auf berichteter Basis, ein Prozent Plus organisch. Wer nur die Schlagzeile liest, verkauft. Wer den zweiten Absatz liest, denkt nach. So funktioniert Luxus eben auch in der Berichterstattung.
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