LVMH wehrt sich vor einem Pariser Gericht gegen schwere Vorwürfe aus der Vergangenheit. Der Luxuskonzern reichte eine ausführliche Erwiderung auf eine Milliarden-Klage ein. Parallel dazu bereitet sich die Branche auf richtungsweisende Daten der Konkurrenz vor.
Erbe fordert 15 Milliarden Dollar
Im Zentrum des Rechtsstreits steht Nicolas Puech, ein Erbe der Hermès-Dynastie. Der 83-Jährige wirft LVMH vor, für den Verlust von rund 15 Milliarden Dollar verantwortlich zu sein. Der Konflikt geht auf den heimlichen Aufbau einer Beteiligung an Hermès im Jahr 2008 zurück.
LVMH weist die Vorwürfe in einer 20-seitigen Stellungnahme entschieden zurück. Indes untersuchen französische Behörden die Rolle von drei Anwälten bei den damaligen Transaktionen. Es geht dabei um das Schicksal von etwa sechs Millionen Aktien.
Liquidität und Aktienrückkäufe
Das Management nutzt derweil einen Vertrag mit dem Bankhaus Oddo BHF, um die Kapitalreserven aktiv zu steuern. Diese Vereinbarung sicherte im ersten Halbjahr 2026 stabile Mittelzuflüsse. Ein Teil des Kapitals floss in Aktienrückkäufe, um den Kurs in der aktuellen Marktphase zu stützen.
An der Börse notierte das Papier zuletzt bei 490,85 Euro. Damit liegt der Kurs knapp zwei Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen 50 Tage. Seit Jahresbeginn büßte der Titel allerdings rund 23 Prozent an Wert ein.
Richemont setzt den Benchmark
Am kommenden Mittwoch legt der Wettbewerber Richemont seine Ergebnisse für das erste Halbjahr vor. Marktteilnehmer erwarten davon Aufschluss über die tatsächliche Kauflaune der Kunden. Diese Zahlen werden zeigen, wie stark die großen Luxuslabels derzeit mit dem Gegenwind durch die globale Konjunktur kämpfen.
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