Wer in den vergangenen zwölf Monaten auf Lumentum gesetzt hat, dürfte kaum glauben, was die Kurstafel zeigt. Die Aktie des Optik-Spezialisten hat in diesem Zeitraum rund 586 Prozent zugelegt, und die jüngsten Quartalszahlen liefern neuen Treibstoff. Nach Vorlage der Bilanz sprang das Papier fast 14 Prozent nach oben. Der Grund liegt in Zahlen, die selbst optimistische Erwartungen deutlich übertrafen.
Zahlen, die die Erwartungen sprengen
Im vierten Geschäftsquartal verdiente Lumentum bereinigt 3,23 Dollar je Aktie. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 88 Cent gewesen. Der Umsatz kletterte um satte 109 Prozent auf 1,01 Milliarden Dollar und lag damit über den erwarteten 988 Millionen Dollar. Auch die bereinigte operative Marge legte kräftig zu und erreichte 36,6 Prozent, nach 15 Prozent im Vorjahr. Getragen wurde das Wachstum vor allem von der steigenden Nachfrage nach 1,6-Terabit-Transceivern und besonders leistungsstarken Lasern.
Optik als Herzstück des KI-Booms
Hinter den Zahlen steht ein struktureller Trend. Optische Technologien verbinden die Infrastruktur innerhalb von Rechenzentren und zwischen ihnen und werden damit zu einem zentralen Baustein des KI-Ausbaus. Besonders im Blick haben Anleger die sogenannte Co-Packaged Optics, kurz CPO. Dabei werden optische Bauteile direkt neben den KI-Chip gesetzt, was klassische Kupferverbindungen überflüssig machen könnte. Firmenchef Michael Hurlston berichtete von Fortschritten bei Kunden und rechnet mit einer stärkeren Nachfrage gegen Ende des kommenden Jahres. Parallel läuft bereits das Geschäft mit der verwandten Near-Packaged Optics gut.
Lumentum Aktie Chart
Analysten mit geteiltem Blick
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt Lumentum einen bereinigten Gewinn von 4,05 bis 4,35 Dollar je Aktie bei einem Umsatz um 1,25 Milliarden Dollar in Aussicht. Damit liegt die eigene Prognose klar über den Schätzungen der Wall Street. Das Analysehaus Needham bestätigte seine Kaufempfehlung samt Kursziel von 1.040 Dollar und erwartet für 2027 eine Verdopplung des Umsatzes. Die UBS blieb vorsichtiger und verwies auf mögliche Engpässe in der Lieferkette, die eine Umwandlung des Auftragsbestands in Umsatz bremsen könnten.
Zusätzlich sorgte zuletzt die Meldung für Bewegung, wonach die US-Regulierungsbehörde FCC ein Importverbot für chinesische Transceiver plant. Ob die Bewertung nach diesem historischen Lauf noch Luft nach oben lässt oder ob die Lieferkette zum Bremsklotz wird, bleibt die spannende Frage.
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