Lumentum Aktie: Auftragsbücher bis 2028 gefüllt

Lumentum verzeichnet dank KI-Infrastruktur-Boom eine massive Nachfrage bis 2028. Analysten erhöhen Kursziele deutlich, während institutionelle Investoren umschichten.

Auf einen Blick:
  • Kursplus von 100 Prozent seit Jahresbeginn
  • Auftragsbücher bis 2028 vollständig gefüllt
  • Mizuho und Barclays erhöhen Kursziele
  • Hedgefonds-Liquidation sorgt für volatile Phasen

Die Papiere des Optikspezialisten Lumentum verzeichnen zum Ende der Handelswoche eine deutliche Erholung. Nachdem die Aktie bereits am gestrigen Donnerstag im US-Handel um über 15 Prozent zulegen konnte, setzt sich die positive Tendenz heute fort. Aktuell notiert der Wert bei 635,40 Euro, was einem Zuwachs von 5,02 % entspricht. Damit beläuft sich das Plus seit Jahresbeginn auf beachtliche 100,63 %. Getrieben wird die jüngste Kursbewegung vor allem durch Berichte über eine massive Nachfrage im Bereich der KI-Infrastruktur und eine grundlegende Neuordnung im Kreis der institutionellen Investoren.

CEO meldet Rekordnachfrage bis 2028

Hinter der jüngsten Begeisterung der Anleger stehen Äußerungen von CEO Michael Hurlston. Laut Hurlston übersteigt die Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens derzeit das Angebot massiv. Die Auftragsbücher seien mittlerweile bis in das Jahr 2026 und teilweise sogar bis 2028 gefüllt. Das Unternehmen profitiert dabei insbesondere von seiner Rolle als Zulieferer für optische Komponenten, die in Rechenzentren für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz unverzichtbar sind. In diesem Zusammenhang konnte Lumentum bereits im Mai für das dritte Geschäftsquartal einen Umsatz von 808,4 Millionen US-Dollar vermelden, was einem Wachstum von 90,1 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach.

Für das laufende vierte Quartal zeigt sich das Management ebenfalls optimistisch. Die Prognose für den bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) liegt in einer Spanne von 2,85 bis 3,05 US-Dollar. Die Analysten von Mizuho hoben vor diesem Hintergrund ihr Kursziel für die Aktie bereits auf 1.100 US-Dollar an, während das Haus Barclays ein Ziel von 1.000 US-Dollar ausgab. Beide Häuser verweisen auf die starke Marktpositionierung von Lumentum innerhalb des KI-Ökosystems.

Turbulenzen durch Hedgefonds-Liquidation

Die Volatilität der vergangenen Wochen lässt sich unterdessen teilweise auf Sondereffekte im institutionellen Sektor zurückführen. Medienberichten zufolge löste der Hedgefonds Situational Awareness LP nach einem massiven Ausverkauf im Juli sein gesamtes Portfolio an börsennotierten Aktien auf. Da Lumentum zu den Kernpositionen des Fonds gehörte, sorgte die Liquidation zeitweise für erheblichen Verkaufsdruck. Auf der anderen Seite nutzten andere namhafte Investoren die Gelegenheit zum Einstieg oder zum Ausbau ihrer Positionen. So erhöhte die Janus Henderson Group ihre Beteiligung im ersten Quartal um 163,2 % auf nunmehr 567.182 Aktien. Insgesamt befinden sich rund 94 % der Anteile in den Händen institutioneller Anleger.

Wechsel in der Führungsebene

Parallel zur operativen Entwicklung kündigte das Unternehmen eine Veränderung im Management an. Vincent Retort, Executive Vice President für den Bereich Global Reliability & Quality, wird im Oktober 2026 in den Ruhestand treten. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, wird Retort dem Unternehmen im Anschluss für zwei Jahre in einer beratenden Funktion erhalten bleiben. Seine laufenden Aktienoptionen werden laut Unternehmensangaben planmäßig weiter gewährt. Trotz dieses personellen Wechsels bleibt die strategische Ausrichtung auf den Ausbau der Produktionskapazitäten für die steigende Nachfrage nach optischen Transceivern und Wafern das zentrale Thema für die kommenden Geschäftsjahre.

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