Lumentum hat eine wilde Woche hinter sich. Der Kurs rutschte am Freitag um 7,92 Prozent auf 749,50 Euro ab, obwohl die Aktie auf Wochensicht noch leicht im Plus liegt. Der Treiber war nicht nur der Rücksetzer am Gesamtmarkt. Auch Insiderverkäufe sorgten für zusätzlichen Gegenwind.
Besonders im Fokus stand Director Isaac Hosojiro Harris. Er veräußerte am 2. Juni 1.416 Aktien zu 1.000,08 Dollar je Stück, nachdem er bereits am 29. Mai 4.000 Aktien zu 860 Dollar verkauft hatte. Beide Transaktionen liefen über einen vorab festgelegten 10b5-1-Plan. Solche Verkäufe sind für sich genommen kein Warnsignal. In einer Aktie, die in kurzer Zeit so stark gelaufen ist, nehmen sie Anlegern aber schnell etwas von der Euphorie.
Markt dreht auf Risiko
Der breitere Markt verschärfte den Druck zusätzlich. Vor allem Technologie- und Halbleiterwerte gerieten am Freitag unter Druck, nachdem ein stärker als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht die Sorge vor höheren Zinsen neu befeuerte. Genau das trifft hoch bewertete Wachstumswerte besonders hart.
Bei Lumentum kommt noch etwas anderes hinzu: Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um 949,72 Prozent zugelegt. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt trotzdem noch bei satten 81,89 Prozent. Das zeigt, wie massiv der Anstieg war. Es zeigt aber auch, wie anfällig der Titel für Rücksetzer bleibt, wenn sich die Stimmung an den Märkten dreht.
KI-Fantasie bleibt intakt
An der langfristigen Story ändert der Rückschlag zunächst wenig. Lumentum gilt als wichtiger Zulieferer für die Infrastruktur hinter Künstlicher Intelligenz und Silicon Photonics. Nvidia hat sich in diesem Jahr mit 2 Milliarden Dollar beteiligt und dazu langfristige Liefervereinbarungen abgeschlossen. Für den Markt ist das ein starkes Signal, dass Lumentum strategisch gut im KI-Ökosystem verankert ist.
Auch operativ liefert das Unternehmen. Im dritten Geschäftsjahrquartal stieg der Umsatz auf 808,4 Millionen Dollar, ein Plus von 90,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag bei 2,37 Dollar und damit klar über den Erwartungen. Parallel dazu baut Lumentum seine Fertigung aus, unter anderem mit einer neuen Anlage in Greensboro in North Carolina für InP-Komponenten für moderne Rechenzentren.
Nach dem Lauf wird selektiver
Die Bewertung bleibt trotzdem ein Thema. Analysten liegen im Konsens bei „Moderate Buy“ und nennen ein Kursziel von 1.021,95 Dollar. Der Schlusskurs von 749,50 Euro liegt damit zwar deutlich unter dem Hoch von 920,00 Euro vom 12. Mai, aber immer noch klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 758,42 Euro und weit über dem 100-Tage-Schnitt von 614,19 Euro.
Kurzfristig bleibt die Aktie damit anfällig für weitere Schwankungen. Mit einer 30-Tage-Volatilität von 109,02 Prozent reicht schon ein neuer Zinsimpuls oder ein weiterer Marktwechsel, um die Bewegung zu verstärken. In den nächsten Wochen dürften Anleger vor allem darauf achten, ob der KI- und Rechenzentrumstrend den jüngsten Bewertungsdruck wieder auffängt.
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