Lumentum Aktie: 27 Prozent unter Rekordhoch

Lumentum verliert nach schwachen Broadcom-Prognosen deutlich. Trotz Rekordumsätzen belasten Lieferengpässe und hohe Volatilität den Kurs.

Auf einen Blick:
  • Branchenweiter Ausverkauf bei KI-Werten
  • Umsatzwachstum von 90 Prozent erzielt
  • Lieferengpass von über 30 Prozent
  • RSI nähert sich überverkauftem Bereich

Der KI-Hype bekommt einen Dämpfer. Lumentum verliert am Montag 6,63 Prozent auf 670,80 Euro. Der Kurs liegt damit rund 27 Prozent unter dem Rekordhoch von 920 Euro aus dem Mai.

Auslöser ist ein branchenweiter Ausverkauf bei KI-Infrastrukturwerten. Der Chipkonzern Broadcom hatte Prognosen vorgelegt, die selbst ambitionierte Erwartungen nicht ganz erfüllten. Die Folge: Eine brutale Verkaufswelle erfasst Halbleiter- und Photonikaktien. Auch Tower Semiconductor und Applied Optoelectronics gaben um fünf bis sechs Prozent nach.

Die Anleger reagieren nervös auf die hohen Investitionsausgaben der großen Technologiekonzerne. Besonders umstritten ist der Zeitpunkt: Wann bringen die Milliarden für KI tatsächlich Erträge?

Rekordwachstum trotz Kursschwäche

Die fundamentalen Zahlen von Lumentum sprechen eine andere Sprache. Der Umsatz stieg im abgelaufenen dritten Quartal auf 808 Millionen Dollar — ein Plus von 90 Prozent zum Vorjahr. Für das vierte Quartal stellt der Photonik-Spezialist sogar einen Erlös zwischen 960 Millionen und 1,01 Milliarden Dollar in Aussicht.

Allerdings kämpft die Branche mit einem Lieferengpass. Das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage liegt bei über 30 Prozent. Zwar ist die Nachfrage nach optischen Komponenten für Rechenzentren enorm. Doch Logistik- und Fertigungsengpässe bremsen die Auslieferung.

Technische Signale deuten auf Bodenbildung

Der RSI liegt bei 40,6 Punkten. Der Wert nähert sich dem überverkauften Bereich, ein endgültiger Boden ist aber noch nicht erreicht. Die Volatilität bleibt mit 94,5 Prozent außergewöhnlich hoch.

Trotz der jüngsten Verluste: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 103 Prozent in den Büchern. Die Aktie hat sich in zwölf Monaten mehr als versiebenfacht.

Die Kursentwicklung der nächsten Wochen hängt maßgeblich von den Investitionsentscheidungen der Hyperscaler ab. Alphabet und Microsoft geben den Takt vor. Zeichnet sich dort eine Verschiebung bei den KI-Ausgaben ab, könnte der Ausverkauf weitergehen.

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