Lululemon-Aktie: Machtkampf!

Nach dem Rücktritt von CEO Calvin McDonald kämpfen Gründer Chip Wilson und der Aktivistenfonds Elliott um Einfluss. Die Aktie notiert deutlich unter ihrem Höchststand.

Auf einen Blick:
  • Offener Streit um Nachfolge und Aufsichtsratsbesetzung
  • Aktienkurs liegt 55 Prozent unter Jahreshoch
  • Starkes internationales Wachstum, Nordamerika schwächelt
  • Gewinnmargen unter Druck durch steigende Kosten

Der Rücktritt von CEO Calvin McDonald zum Monatsende hat bei Lululemon eine Führungslücke offengelegt und einen offenen Streit zwischen Gründer Chip Wilson und dem Aktivisten Elliott Investment entfacht. Während das Management nach Wachstumssignalen in Nordamerika ringt, drängt nun ein multi-seitiger Machtkampf auf eine Entscheidung über die künftige Ausrichtung des Unternehmens. Wer übernimmt künftig das Ruder?

Aktivisten und Gründer ziehen an einem Strang — aber in verschiedene Richtungen

Elliott hat sich mit einem Beteiligungsvolumen von über 1 Milliarde Dollar in Stellung gebracht und favorisiert Jane Nielsen, eine frühere Ralph-Lauren-Managerin, als Nachfolgerin. Zeitgleich hat Gründer Chip Wilson formell Kandidaten für drei unabhängige Aufsichtsratsposten nominiert — ein klarer Vorstoß gegen das bisherige Board und dessen Nachfolgeplanung. Beide Seiten üben Druck auf den Verwaltungsrat aus; das erhöht die politische Unsicherheit im Unternehmen und dürfte die CEO-Suche verzögern.

Die Aktie notiert heute bei 182,22 € und liegt damit rund 55% unter dem 52-Wochen-Hoch. Technisch ist die Bewegung uneinheitlich: Kurs und 50-Tage-Durchschnitt deuten auf eine kurzfristige Erholung hin, während das Papier noch unter dem 200-Tage-Durchschnitt notiert — ein Zeichen, dass Analysten diesen Anstieg eher als technische Reaktion denn als fundamentale Trendwende sehen.

lululemon athletica inc. Aktie Chart

Geschäftszahlen zeigen regionale Schieflage

Die Quartalszahlen für Q3 Fiskal 2025 bestätigen die strukturellen Herausforderungen: Gesamtumsatz stieg zwar um 7% auf 2,6 Mrd. Dollar, doch das Wachstum ist ungleich verteilt. Die US- und kanadische Kernregion verlor Anteile (-2%), während das internationale Geschäft um 33% wuchs, getrieben von einem starken Anstieg in China (+46%). Gleichzeitig sanken EPS von 2,87 auf 2,59 Dollar; das operative Ergebnis fiel um 11% auf 435,9 Mio. Dollar. Die Bruttomarge schrumpfte um 290 Basispunkte auf 55,6% — ein Indiz für steigende Kosten und tarifbedingte Belastungen.

Konkret heißt das: Lululemon ist zunehmend auf internationale Expansion angewiesen, um die Sättigung und den verschärften Wettbewerb in Nordamerika auszugleichen. Die Guidance für das vierte Quartal signalisiert zusätzliche Unsicherheit: Ein Umsatzrückgang von 1–3% im Jahresvergleich zeigt, dass die Saisongeschäftsperiode die Abwärtstendenz nicht ausgleichen konnte.

Ausblick

Kurzfristig hängt viel von der kommenden Woche und dem Auftritt bei der ICR-Konferenz Mitte Januar ab. Dort wird das Management voraussichtlich zur Nachfolgesuche und zum Umgang mit den Forderungen von Elliott und Wilson Stellung nehmen. Sollte der Aufsichtsrat zügig eine kompromissfähige Führungspersönlichkeit präsentieren, könnte dies die politische Unsicherheit dämpfen und Abflüsse stoppen. Bleibt der Streit ungelöst, dürften institutionelle Käufer vorsichtig bleiben und weiterer Verkaufsdruck möglich sein.

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