Eigentlich sahen die Quartalszahlen von Lululemon solide aus. Der Yoga-Spezialist übertraf beim Umsatz und Gewinn die Erwartungen. Dennoch stürzte die Aktie am Freitag um über elf Prozent ab und notiert mit 95,10 Euro nur noch knapp über ihrem Jahrestief.
Der Grund für den Ausverkauf liegt in der Zukunft. Das Management kappte die Prognosen für das Geschäftsjahr 2026 deutlich. Der erwartete Umsatz soll nun bei etwa 11,1 Milliarden Dollar liegen. Ursprünglich hatte der Konzern einen deutlich höheren Zielwert kommuniziert.
Beim Gewinn je Aktie fällt die Korrektur noch deutlicher aus. Statt der bisher angepeilten 12,30 Dollar rechnet Lululemon nur noch mit maximal 11,15 Dollar. Hohe Zölle belasteten die Bruttomarge im ersten Quartal massiv, sie sank auf 54,2 Prozent.
Während das internationale Geschäft um 22 Prozent wuchs, schwächelt der Heimatmarkt. In Nordamerika gingen die vergleichbaren Umsätze um fünf Prozent zurück.
Parallel dazu brach der operative Gewinn konzernweit um 37 Prozent ein. Er lag im ersten Quartal bei rund 277 Millionen Dollar.
Mitten in dieser Schwächephase steht ein Führungswechsel an. Die ehemalige Nike-Managerin Heidi O’Neill übernimmt im September den Chefposten. Ein beigelegter Streit mit Gründer Chip Wilson sorgt derweil für personelle Veränderungen im Board.
Analysten von Sanford C. Bernstein reagierten bereits und senkten ihre Kursziele für den Einzelhändler. Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 25,6 gilt das Papier technisch als überverkauft.
Die Marktteilnehmer warten nun auf den offiziellen Amtsantritt von O’Neill im September, um neue Impulse für den Turnaround zu erhalten.
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