Lufthansa: Der Streik als Kursbremse?

Die Lufthansa-Aktie kämpft mit operativen Belastungen durch Streiks und gesperrte Lufträume, während Analysten die Prognose für 2026 anheben. Der Chart zeigt einen entscheidenden Widerstandsbereich.

Auf einen Blick:
  • Warnstreik in München legte Flugbetrieb lahm
  • Flugaufnahme nach Teheran erneut verschoben
  • Bank of America hebt EBIT-Prognose für 2026 an
  • Aktienkurs testet wichtige Widerstandszone um 9,20 Euro

Die Lufthansa-Aktie zeigt im kurzfristigen Bild seit Mitte Dezember noch ein gemischtes Signal. Im größeren Zeitrahmen stellt sich die Lage jedoch anders dar. Die Behinderungen bei der Wiederaufnahme des Flugbetriebs sowie die anhaltenden Störungen haben dabei keinen positiven Beitrag zur Entwicklung geleistet.

Verspätete Flugaufnahme und laufende Ver.di-Verhandlungen

Eigentlich wollte Lufthansa ab dem 16. Januar 2026 ein kleines, aber symbolisch wichtiges Signal setzen und die seit rund sieben Monaten ausgesetzten Flüge nach Teheran wieder aufnehmen. Doch daraus wurde kurzfristig nichts. Angesichts tödlicher Proteste im Iran und einer erneuerten Reisewarnung der Bundesregierung entschied sich der Konzern bereits am 12. Januar, den Neustart zu verschieben und die Verbindung mindestens bis einschließlich 28. Januar auszusetzen. Parallel dazu umfliegt Lufthansa weiterhin weite Teile des iranischen und irakischen Luftraums. Für den operativen Alltag bedeutet das längere Flugzeiten, einen höheren Kerosinverbrauch und zusätzliche Kosten.

Fast zeitgleich kam es auch an der Heimatfront zu spürbaren Störungen. Ein Warnstreik von ver.di legte am 13. und 14. Januar den Flughafen München weitgehend lahm. Rund 80 Prozent der Flüge fielen aus. Auch Lufthansa musste den Großteil der Europa-Rotationen streichen und Langstrecken teils massiv verzögern. Der Arbeitskampf ist dabei kein isoliertes Ereignis, sondern Teil laufender Tarifverhandlungen mit ver.di. Die Gewerkschaft fordert für das Bodenpersonal sechs Prozent mehr Gehalt, eine Laufzeit von zwölf Monaten sowie verbesserte Zulagen. Lufthansa verweist dagegen auf die anhaltende Kosteninflation und die Notwendigkeit, die Profitabilitätsziele für 2026 nicht zu gefährden. Eine Einigung ist bislang nicht in Sicht.

Trotz dieser Belastungsfaktoren hellt sich das Analystenbild zuletzt leicht auf. Die Bank of America stufte die Lufthansa-Aktie am 19. Januar hoch und begründete dies mit einer robusten Transatlantik-Nachfrage, einer guten Auslastung auf Nordamerika-Routen sowie einer allmählichen Erholung im Geschäftsreise-Segment. Für 2026 erwartet die Bank einen Anstieg der Erlöse je Sitzkilometer um rund drei Prozent und hob ihre EBIT-Prognose auf 2,247 Milliarden Euro an.

Lufthansa-Aktie im Chart-Check

Auf der Oberseite ist die Lufthansa-Aktie zunächst im Bereich um 9,20 Euro abgeprallt. Dieses Niveau markiert durch das vorherige Hoch, ist eine Widerstandszone. Nach dem Rücklauf in die Unterstützungszone zwischen 7,90 und 8,30 Euro kam wieder Stärke in den Markt, und aktuell notiert die Aktie erneut in der Nähe der letzten Hochs. Gelingt es diesmal, diesen Bereich nachhaltig zu überwinden, ist die nächste Widerstandszone nicht weit entfernt. Diese liegt bei rund 9,40 bis 9,65 Euro und wird ebenfalls durch frühere Hochs markiert. Die dann überschrittenen Zonen würde zu einer Unterstützungszone werden und könnten bei Rücksetzern an Bedeutung gewinnen. Dadurch könnte sich im weiteren Verlauf eine saubere Trendfortsetzungsstruktur ausbilden. Hier die Lufthansa-Aktie im Tageschart. Lufthansa

Den Link zu Tradingview und dem Chart findest du hier: https://www.tradingview.com/x/ieFmstAm/

An der aktuellen Schwelle würde ich zunächst abwarten, ob es dem Kurs gelingt, nach oben durchzubrechen oder nicht. Bei einem Durchbruch würde ich, wie im vorherigen Bild, zunächst den Anlauf der Hochs abwarten und anschließend im Rücklauf eine mögliche Kaufchance sehen.

Kommt es hingegen zu einer Abweisung an den aktuellen Hochs oder auch an der darüberliegenden Zone, könnten sich kurzfristig immer wieder Short-Chancen ergeben. Die Ziele lägen dann in der Nähe der letzten Tiefs. Das Vorgehen ist jedoch mit erhöhtem Risiko verbunden, da es gegen den aktuellen Trend gerichtet ist.

Ihr Konrad

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