Lufthansa Aktie: Zwei Zwischenfälle binnen Stunden

Symbolbild, KI-generiert

Ein Wochenende zum Vergessen für die Lufthansa-Flugbetriebszentrale: Innerhalb weniger Stunden mussten zwei Maschinen der Fluggesellschaft wegen sicherheitsrelevanter Vorfälle ihre Reiseroute ändern. Beide Fälle endeten glimpflich, sorgten aber für erhebliche Unannehmlichkeiten bei Hunderten Passagieren.

Geruch in der Kabine, Notlage über Schottland

Ein Flug von Frankfurt nach Toronto mit 371 Passagieren an Bord kehrte am Samstag über Schottland um und landete in Manchester. Auslöser war ein Geruch in der Kabine. Die Besatzung der Boeing 747-400 erklärte eine Luftnotlage, um bevorzugt landen zu können — wegen des mitgeführten Treibstoffs erfolgte die Landung mit erhöhtem Gewicht, weshalb die Feuerwehr die Maschine vorsorglich kontrollierte.

Die Passagiere konnten das Flugzeug anschließend regulär verlassen. Lufthansa brachte sie für die Nacht in Hotels unter und plante für Sonntag einen Ersatzflug nach Toronto.

Brennende Powerbank zwingt zur Umleitung nach Lyon

Nur Stunden später der zweite Vorfall: Ein Flug von Frankfurt nach Lissabon musste nach Lyon ausweichen, nachdem eine Powerbank eines Fluggastes am Sitz in Brand geraten war. Die Crew sicherte das Gerät in einer speziellen Lithium Safe Bag, entschied sich aber aus Sicherheitsgründen für die Landung in Lyon gegen 22 Uhr.

Die 198 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder verbrachten die Nacht in Hotels und wurden für den Folgetag auf alternative Verbindungen nach Lissabon umgebucht.

Der Vorfall rückt eine bereits seit Anfang 2026 geltende Regel ins Blickfeld: Auf Flügen der Lufthansa-Gruppe ist das Aufladen und die Nutzung von Powerbanks generell verboten, Ausnahmen gelten nur für genehmigte medizinische Geräte.

Im Handgepäck dürfen die Geräte zudem nicht in den Fächern über den Sitzen verstaut werden, sondern ausschließlich in der Sitztasche, am Körper oder unter dem Sitz. Der Brandfall in Lyon zeigt, dass selbst bei korrekter Handhabung — die Powerbank befand sich griffbereit am Sitz — ein Risiko bestehen bleibt, das operative Konsequenzen nach sich zieht.

Für die Lufthansa bedeuten beide Vorfälle zunächst vor allem Zusatzkosten durch Hotelunterbringungen und Ersatzflüge sowie Reputationsaufwand im Kundenservice. Strukturelle Auswirkungen auf den Flugbetrieb sind aus den beiden Einzelfällen nicht erkennbar.

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