Lufthansa Aktie: Zwei Prozent nach Kühne-Tod

Nach dem Tod von Klaus-Michael Kühne steigt die Lufthansa-Aktie. Offen bleibt, wie die Stiftung den 20-Prozent-Anteil künftig verwaltet.

Auf einen Blick:
  • Kursplus von 2,37 Prozent
  • Kühne hielt rund 20 Prozent
  • Stiftung erbt Milliardenvermögen
  • Zukunft der Beteiligung ungewiss

Ein Todesfall in der Schweiz bewegt die Lufthansa-Aktie am Frankfurter Aktienmarkt. Klaus-Michael Kühne, Logistik-Milliardär und einer der einflussreichsten deutschen Großaktionäre, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Die Papiere der Fluggesellschaft schlossen am Montag 2,37 Prozent im Plus bei 7,79 Euro und zählten damit zu den Gewinnern im MDAX.

Kühne hatte über seine Holding rund 20 Prozent der Stimmrechte an der Lufthansa Group gehalten und war damit einer der mächtigsten Einzelaktionäre des Konzerns.

Der gebürtige Hamburger baute Kühne+Nagel über Jahrzehnte zu einem der größten Logistikkonzerne der Welt aus und streute sein Vermögen später in Beteiligungen an Hapag-Lloyd, dem Chemielogistiker Brenntag und dem Bahn- und Busunternehmen Flix. Sein Vermögen wurde zuletzt auf mehr als 44 Milliarden Dollar geschätzt.

Unklare Zukunft des Aktienpakets

Was mit dem Lufthansa-Anteil geschieht, ist offen. Kühne und seine Ehefrau Christine sind kinderlos, sein Vermögen soll laut Ankündigung an die Kühne-Stiftung übergehen. Für Marktbeobachter stellt sich damit die Frage, wie die Stiftung künftig mit der Beteiligung umgeht — ob sie gehalten, reduziert oder anderweitig verwaltet wird, ist bislang nicht bekannt.

Der leichte Kursanstieg am Montag dürfte weniger mit einer fundamentalen Neubewertung zu tun haben als mit der allgemeinen Unsicherheit über die künftige Aktionärsstruktur. Der DAX selbst schloss nahezu unverändert, während der breitere Markt vor allem im Technologiesektor Verluste verzeichnete.

Kühne war seit 1958 im Familienunternehmen tätig gewesen, führte es ab 1966 operativ und prägte über sein Kapital auch die Konsolidierung in der deutschen Transport- und Logistikbranche mit. Seine langjährige Rolle als Ankeraktionär bei Lufthansa machte ihn zu einem stillen, aber gewichtigen Machtfaktor im Konzern — wie sich diese Lücke füllt, dürfte die kommenden Wochen an der Börse begleiten.

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