Lufthansa setzt im Sommer 2027 auf einen deutlichen Ausbau ihres Streckennetzes. Der heute zur Buchung freigegebene Konzernflugplan umfasst zehn neue Interkontinentalverbindungen und zahlreiche zusätzliche Flüge auf bestehenden Routen. Nach Angaben der Lufthansa Group ist es die größte Programmerweiterung seit 2020. Schwerpunkte liegen in Amerika und Asien.
Für Anleger stehen damit konkrete Wachstumspläne im Vordergrund. Neben zusätzlichen Zielen verändert der Konzern auch die Aufgabenverteilung zwischen seinen Fluggesellschaften. Der geplante TAP-Einstieg könnte das internationale Netz zusätzlich stärken, bleibt aber von regulatorischen Genehmigungen abhängig.
Neue Verbindungen nach Amerika und Asien
Lufthansa plant die Verbindung Frankfurt–Columbus ab dem 5. Mai 2027. München–Phoenix soll am 3. August 2027 folgen. Beide Strecken sind jeweils dreimal wöchentlich vorgesehen.
Auch Japan erhält mehr Gewicht im Frankfurter Angebot. Tokio-Narita kommt hinzu, Nagoya kehrt saisonal in den Flugplan zurück. Damit umfasst die Erweiterung sowohl zusätzliche Ziele als auch die Wiederaufnahme einer früheren Verbindung.
Der Sommerflugplan beginnt am 28. März 2027. Tokio-Narita soll täglich angeflogen werden, Nagoya dreimal wöchentlich. Hinzu kommen eine zweite saisonale Verbindung zwischen München und Delhi sowie tägliche Flüge von Frankfurt nach Kuala Lumpur.
Der Ausbau betrifft damit nicht allein neue Strecken. Lufthansa erhöht zugleich die Auswahl auf bestehenden Verbindungen. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori begrüßten die Frankfurter Erweiterung heute als Bekenntnis zum Standort.
Konzernmarken übernehmen zusätzliche Aufgaben
Discover Airlines plant Frankfurt–Edmonton ab dem 1. Juni 2027 mit drei wöchentlichen Flügen. Zugleich wechselt die Verbindung von Frankfurt nach Seattle von Lufthansa zu Discover.
Weitere Ergänzungen verteilen sich über das europäische Netz des Konzerns. ITA Airways plant Rom–Caracas, Brussels Airlines Brüssel–Kairo und SWISS Zürich–Toulouse. Eurowings veröffentlicht ihren Flugplan später. Die Expansion ist somit ein konzernweites Vorhaben und beschränkt sich nicht auf Lufthansa selbst.
Die Aktie legt heute um 3,0% zu. Das positive Börsensignal fällt mit der Veröffentlichung der Ausbaupläne zusammen; daraus lässt sich jedoch keine eindeutige Ursache für den Kursanstieg ableiten.
TAP-Chancen treffen auf Genehmigungsrisiken
Die Analysten richten ihren Blick zugleich auf den geplanten Einstieg bei TAP. Dieser könnte Lufthansa vor allem auf Verbindungen zwischen Europa und Lateinamerika stärken. Anders als die bereits buchbaren Flugplanergänzungen hängt diese Perspektive noch vom Abschluss der Transaktion ab.
Deutsche Bank Research bestätigt heute die Einstufung „Hold“ mit einem Kursziel von 8 Euro. Analyst Jaime Rowbotham verweist auf TAPs Profitabilität und relativ junge Flotte. Die Transaktion wäre seiner Einschätzung nach ab dem ersten vollen Geschäftsjahr nach Abschluss ertrags- und wertsteigernd.
Eine vorbehaltlose Wachstumsgeschichte ist das dennoch nicht. Aviation Week berichtet heute, der TAP-Chef erwarte schwierige regulatorische Genehmigungsverfahren. Für Anleger sind deshalb zwei Entwicklungen zu trennen: der konkret angekündigte Netzausbau und die weiterhin an Bedingungen geknüpften zusätzlichen Chancen durch TAP.
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