Während der Tarifkonflikt mit den Piloten vorerst in ruhigeren Bahnen verläuft, sucht Lufthansa an anderer Stelle nach neuen Argumenten für Anleger: Am Donnerstag startete die erste mit Starlink-Internet ausgestattete Maschine der Flotte, ein Airbus A320neo mit der Kennung D-AINM, auf der Strecke Frankfurt-Rom. Die Technologie von SpaceX soll künftig für spürbar schnelleres Bordinternet sorgen und ist Teil der Bemühungen, das Produkt an Bord aufzuwerten.
Passend dazu kündigte der Konzern am selben Tag den Ausbau seines „Onboard Delights“-Programms an. Ab dem 1. September können Economy-Passagiere auf Mittelstreckenflügen ab zwei Stunden Flugdauer aus fünf warmen Mahlzeiten wählen, unter anderem in Kooperation mit der Kette „HANS IM GLÜCK“.
Solche Produktinitiativen sollen das Geschäft mit zahlungsbereiten Freizeitreisenden stärken – in einem Marktumfeld, das den Konzern zuletzt vor allem mit Kostendruck konfrontiert hat.
Barclays bleibt skeptisch, Bernstein sieht Belastung durch Kerosinpreise
Die Analystenlager sind gespalten in der Bewertung, wie tragfähig solche Produktverbesserungen für die Aktie tatsächlich sind. Barclays senkte am Mittwoch das Kursziel für Lufthansa von 7,75 auf 7,50 Euro und beließ die Einstufung bei „Underweight“. Die Analysten der Bank begründen dies damit, dass die aktuelle Gewinnprognose des Managements ihrer Ansicht nach weiterhin zu optimistisch ist.
Bernstein Research äußerte sich zuletzt am 20. August und beließ die Einstufung bei „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 9,00 Euro. Die Analysten verwiesen dabei auf die Belastung durch hohe Kerosinpreise infolge des Nahost-Konflikts – ein Faktor, der die Kostenseite des Konzerns zusätzlich unter Druck setzt.
Tarifstreit vorerst befriedet, operative Störungen bleiben Alltag
Für etwas Entspannung an der Tariffront sorgt die vor gut zwei Wochen erzielte Einigung zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit auf ein umfassendes Schlichtungsverfahren. Es soll die Konflikte in den Flugbetrieben Lufthansa, Lufthansa Cargo, Cityline und Eurowings beilegen.
Als Schlichter wurde unter anderem Bodo Ramelow benannt. Diese Einigung nimmt zumindest kurzfristig Druck aus dem Konflikt, der die Aktie in den vergangenen Monaten immer wieder belastet hatte.
Dass der operative Alltag trotzdem nicht ohne Störungen läuft, zeigte sich am Donnerstag: Flug LH430, eine Boeing 747-8 auf dem Weg von Frankfurt nach Chicago, musste wegen eines medizinischen Notfalls an Bord über dem Atlantik umkehren und außerplanmäßig in Glasgow landen. Solche Einzelvorfälle haben zwar keine strukturelle Bedeutung, verdeutlichen aber die operative Komplexität eines Großkonzerns im täglichen Flugbetrieb.
Kurs bleibt unter Druck
Der Aktienkurs spiegelt die verhaltene Stimmung wider: Am Freitag schloss das Papier bei 7,63 Euro, ein Minus von 0,5 Prozent auf Tagesbasis. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 13 Prozent zu Buche – Ausdruck der andauernden Skepsis, die sich aus schwachen Quartalszahlen, gesenkter Jahresprognose und den kritischen Analystenstimmen speist.
Für Anleger bleibt die Kombination aus operativer Beruhigung an der Tariffront und anhaltendem Kostendruck durch Kerosinpreise das zentrale Spannungsfeld, das über die kommenden Wochen die Richtung der Aktie bestimmen dürfte.
Deutsche Lufthansa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Lufthansa-Analyse vom 22. August liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Lufthansa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Lufthansa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 22. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Lufthansa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
