Lufthansa Aktie: Rückschlag vor Gericht

Lufthansa-Aktie fällt nach Gewinnmitnahmen und negativen Analystenstimmen. Ein Gericht stoppt zudem Werbeaussagen zu CO2-Kompensation.

Auf einen Blick:
  • Kursrutsch nach jüngster Rally
  • Citigroup rät zum Verkauf
  • Gericht untersagt CO2-Werbeversprechen
  • Steigende Ölpreise belasten zusätzlich

Die Erholungsrally bei Lufthansa ist erst einmal vorbei. Nach einem Kursplus von rund 46 Prozent seit dem Tief Ende April ziehen Anleger jetzt Gewinne ab — und gleich zwei Nachrichten liefern den Anlass dazu.

Am Frankfurter Parkett verlor die Aktie zeitweise 5,44 Prozent auf 9,35 Euro. Citigroup-Analyst Conor Dwyer setzte mit einer Verkaufsempfehlung nach: Sein Kursziel von 8,70 Euro signalisiert weiteres Abwärtspotenzial. Dwyer bevorzugt stattdessen IAG, die Holding hinter British Airways und Iberia — günstiger bewertet, profitabler und mit weniger Schulden. Die Lufthansa-Bewertung sei dagegen eine Wette darauf, dass der aktuelle Rückenwind anhält, während Anleger geringere Margen und Streikrisiken ausblenden müssten.

Barclays sieht das ähnlich kritisch, wenngleich das Kursziel von 6,80 auf 7,75 Euro angehoben wurde. Die Einstufung bleibt „Underweight“. Analyst Andrew Lobbenberg begründet die höhere Zielmarke mit gesunkenen Treibstoffkosten und etwas besseren Aussichten fürs Sommergeschäft — warnt aber vor der Abhängigkeit der gesamten Branche von den unkalkulierbaren Entwicklungen in Nahost und der Ukraine.

Gericht stoppt Umweltversprechen

Zur Kursschwäche gesellt sich eine juristische Schlappe. Das Oberlandesgericht Köln untersagte Lufthansa, weiterhin zu behaupten, Kunden könnten ihre flugbezogenen CO2-Emissionen direkt bei der Buchung durch nachhaltigen Flugkraftstoff reduzieren. Die Deutsche Umwelthilfe hatte geklagt — die Richter störten sich daran, dass Kunden nicht erfuhren, wann der aufpreispflichtige Biotreibstoff tatsächlich eingesetzt wird. Lufthansa hatte die Aussage bereits vor dem Urteil von der Website entfernt und verspricht nun den SAF-Einsatz innerhalb von sechs Monaten nach Zahlung. Mit weitergehenden Vorwürfen zu unvollständiger Klimakommunikation scheiterte die Umwelthilfe hingegen.

Zur ohnehin fragilen Stimmung passt der jüngste Ölpreissprung, ausgelöst durch verschärfte Töne aus Washington zum Iran-Konflikt. Steigende Treibstoffkosten treffen Airlines wie Lufthansa unmittelbar an einer ihrer dünnsten operativen Margen. Die Aktie bleibt damit ein Spiegelbild geopolitischer Nervosität — jede Verschärfung im Nahen Osten wirkt sich direkter auf die Bewertung aus als viele Quartalszahlen.

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