Lufthansa kommt an zwei zentralen Tarifbaustellen zugleich in Bewegung. Im Streit mit den Piloten haben Vereinigung Cockpit und das Unternehmen eine Schlichtung angestoßen, die von den ehemaligen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und Roland Koch begleitet wird. Laut Vereinigung Cockpit fand bereits ein erstes Vorgespräch statt – ein Signal, das das Streikrisiko kurzfristig dämpft.
Parallel dazu nimmt Lufthansa mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO in der kommenden Woche die Verhandlungen zu offenen Tarifthemen wieder auf. Auf der Agenda stehen auch Lösungen für Beschäftigte, die von der Schließung der Regionaltochter CityLine betroffen sind. Beide Gesprächsstränge laufen damit nahezu zeitgleich und könnten in den kommenden Wochen für Klarheit sorgen, wo dem Konzern zuletzt operative Unsicherheit drohte.
Zwei Verhandlungsschienen, ein Ziel
Für Anleger ist die Kombination aus Piloten-Schlichtung und wiederaufgenommenen UFO-Gesprächen vor allem deshalb relevant, weil beide Berufsgruppen in der Vergangenheit wiederholt mit Arbeitsniederlegungen für spürbare Kapazitätsausfälle gesorgt haben. Ein geordneter Verhandlungsprozess auf beiden Ebenen reduziert das Risiko kurzfristiger Streikwellen im Winterflugplan, ohne dass die inhaltlichen Streitpunkte damit bereits gelöst wären.
Nahost-Strecken schrittweise zurück
Operativ setzt Lufthansa Group zudem ihre vorsichtige Rückkehr auf einzelne Nahost-Verbindungen fort. Ab dem 10. September soll die Strecke Frankfurt–Riad wieder dreimal wöchentlich bedient werden. Mehrere andere Verbindungen in der Region bleiben dagegen bis Mitte beziehungsweise Ende Oktober ausgesetzt – ein Hinweis darauf, dass der Konzern die Sicherheitslage weiterhin selektiv und vorsichtig bewertet.
Führungswechsel bei der Technik-Sparte
Auch personell tut sich etwas: Lufthansa Technik hat Harald Gloy zum künftigen Chef ernannt. Er übernimmt den Posten von Soeren Stark, der Anfang Februar in den Ruhestand geht. Der Wechsel an der Spitze der Wartungs- und Technik-Sparte fällt in eine Phase, in der Lufthansa insgesamt an mehreren Fronten – Tarifpolitik, Streckennetz, Management – Kontinuität und Stabilität signalisieren will.
Aktie bleibt unter Druck
An der Börse hat sich die Nachrichtenlage bislang nicht in einer nachhaltigen Erholung niedergeschlagen. Die Aktie schloss am Freitag bei 7,86 Euro, ein Plus von 1,7 Prozent auf Tagessicht, notiert damit aber weiterhin rund 23 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 10,27 Euro.
Auf Monatssicht steht ein Rückgang von 9,3 Prozent zu Buche, was zeigt, dass die zuletzt schwache Kursentwicklung noch nicht überwunden ist. JP Morgan hatte die Einstufung Neutral mit einem Kursziel von 7,50 Euro Anfang September bestätigt – ein Niveau, das nur knapp unter dem aktuellen Kurs liegt und damit kaum Spielraum für kurzfristige Euphorie signalisiert.
Für Anleger bleibt die Gemengelage ambivalent: Die Fortschritte bei den Tarifverhandlungen senken das operative Risiko, während die vorsichtige Nahost-Strategie und der Personalwechsel bei der Technik-Tochter eher auf einen längeren Konsolidierungsprozess hindeuten als auf eine schnelle Trendwende.
Deutsche Lufthansa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Deutsche Lufthansa-Analyse vom 05. September liefert die Antwort:
Die neusten Deutsche Lufthansa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Deutsche Lufthansa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 05. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Deutsche Lufthansa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
