Lufthansa-Aktie: Irankrieg und Streik treffen voll ins Kontor!

Lufthansa verfehlt Erwartungen im zweiten Quartal: Bereinigtes Ebit fällt um 56 Prozent. Jahresprognose wird gesenkt, operative Ziele rücken in weite Ferne.

Auf einen Blick:
  • Bereinigtes Ebit bricht um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ein
  • Kerosinmehrkosten von 750 Millionen Euro trotz umfangreicher Absicherung
  • Sechs Streiktage im April kosteten zusätzlich 150 Millionen Euro
  • Jahresprognose auf 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro gesenkt

Erst der Irankrieg, dann der Streik. Wer im zweiten Quartal bei der Lufthansa die Bücher aufgemacht hat, dem wurde schnell klar: Das wird kein schöner Sommer.

750 Millionen Euro, einfach weg

Der Konzern meldete am Dienstag ein bereinigtes Ebit von 383 Millionen Euro für das zweite Quartal, ein Rückgang um 56 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten hatten immerhin rund 400 Millionen erwartet, also schon einen satten Rückgang eingepreist. Selbst das hat die Lufthansa verfehlt.

Die Ursachen liegen auf der Hand. Die mit dem Irankrieg gestiegenen Kerosinpreise schlugen trotz umfangreicher Absicherung mit zusätzlichen 750 Millionen Euro zu Buche. Dazu kamen sechs Streiktage der Cockpit-Beschäftigten im April, die nochmals 150 Millionen Euro kosteten. Macht zusammen 900 Millionen Euro Sonderbelastung in einem einzigen Quartal.

Umsatz rauf, Gewinn runter

Dabei lief das Geschäft an der Oberfläche gar nicht so schlecht. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Doch was nutzt der Umsatz, wenn die Kosten schneller wachsen als die Einnahmen? Eben.

Die Prognose, die keiner so wollte

Was die Sache noch unangenehmer macht: Die Lufthansa schließt einen operativen Gewinnrückgang im Gesamtjahr nun ausdrücklich nicht mehr aus. Die Jahresprognose wurde auf eine Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro angepasst, nach 2,0 Milliarden Euro im Vorjahr. Bislang hatte der MDax-Konzern das obere Ende dieser Spanne angepeilt. Jetzt ist das untere Ende plötzlich realistisch.

Hintergrund ist nicht nur der Ölpreis. Auch ein Trend zum sehr kurzfristigen Buchen macht die Planung schwierig. Das Sitzplatzangebot bleibt zudem unverändert statt wie geplant um bis zu zwei Prozent zu wachsen, nicht zuletzt weil die Tochter Cityline abgewickelt wird und damit Kurzstreckenflüge wegfallen.

Kein guter Sommer

383 Millionen Euro bereinigtes Ebit. Das ist die Zahl, die bleibt. Und der Herbst ist noch nicht eingepreist.

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