Lufthansa Aktie: Erholung verpufft

Lufthansa senkt Jahresziele nach schwachem Quartal: Gewinn halbiert, Treibstoffkosten und Streiks belasten. Aktie fällt auf Zwei-Monats-Tief.

Auf einen Blick:
  • Aktie stürzt um 10,6 Prozent ab
  • Gewinn bricht im zweiten Quartal ein
  • Jahresprognose wegen Treibstoffkosten gekappt
  • Analysten sehen Cashflow-Ziel kritisch

Noch am Montag hatten sinkende Ölpreise die Lufthansa-Aktie auf bis zu 9,50 Euro getrieben. Am Dienstag ist davon nichts mehr übrig: Die Titel brechen um 10,6 Prozent auf 8,26 Euro ein und markieren damit den tiefsten Stand seit fast zwei Monaten. Der Grund liegt nicht am Ölpreis, sondern an den eigenen Zahlen.

Gewinn halbiert sich, Prognose wackelt

Im zweiten Quartal fiel das bereinigte operative Ergebnis auf 383 Millionen Euro, nach 870 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum und unter der Konsensschätzung von rund 401 Millionen Euro. Der Nettogewinn brach um 88 Prozent auf 123 Millionen Euro ein. Der Konzern kappte zudem seine Jahresprognose: Statt des Versprechens, den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro deutlich zu übertreffen, rechnet das Management nun nur noch mit 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro operativem Gewinn — ein Rückgang zum Vorjahr ist damit nicht mehr ausgeschlossen.

Hauptursache sind die Treibstoffkosten. Sie lagen im Quartal rund 750 Millionen Euro über dem Vorjahresniveau, getrieben von den durch den Iran-Krieg gestiegenen Kerosinpreisen. Hinzu kamen finanzielle Belastungen von mindestens 150 Millionen Euro durch Streiks im April. Vorstandschef Carsten Spohr räumte ein, dass höhere Ticketpreise die Kostenexplosion nicht ausgleichen konnten — zudem buchten Kunden zunehmend kurzfristiger, was die Planungssicherheit weiter erschwert.

Analysten sehen Cashflow-Ziel kritisch

Deutsche Bank Research beließ die Einstufung nach den Zahlen bei „Hold“ mit einem Kursziel von 8 Euro. Analyst Jaime Rowbotham wertete die gekappte Ergebnisprognose angesichts der Markterwartungen als vergleichsweise unproblematisch. Kritischer sieht er hingegen, dass Lufthansa trotz eines gestutzten Investitionsplans am Jahresziel für den freien Barmittelfluss festhält — aus seiner Sicht ein möglicher Belastungsfaktor für die Aktie.

Charttechnisch hinterlässt der Kursrutsch Spuren: Die vielbeachtete 200-Tage-Linie droht zu reißen, ein Signal, das Marktteilnehmer als Warnzeichen für den längerfristigen Trend werten. Im MDAX und im europäischen Reise- und Freizeitsektor bildet Lufthansa an diesem Tag mit deutlichem Abstand das Schlusslicht, während der breitere Markt in Frankfurt im Plus notiert.

Wie stark die Kerosinpreise durch den anhaltenden Iran-Krieg im weiteren Jahresverlauf schwanken, dürfte darüber entscheiden, ob die neue Gewinnspanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro hält oder erneut nach unten korrigiert werden muss.

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