Lufthansa Aktie: EBIT fällt auf 383 Millionen

Lufthansa kappt wegen Treibstoffkosten und Streiks die Jahresziele. Das operative Ergebnis fiel im zweiten Quartal auf 383 Millionen Euro.

Auf einen Blick:
  • Jahresprognose für Adjusted EBIT gesenkt
  • Operatives Ergebnis bricht im Q2 ein
  • Flugangebot bleibt auf Vorjahresniveau
  • Kursziele von Analysten reduziert

Lufthansa hat ihre Ergebniserwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. Wie das Unternehmen am Dienstag bekannt gab, rechnet der Vorstand nun mit einem bereinigten Betriebsergebnis (Adjusted EBIT) in einer Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro. Zuvor war die Fluggesellschaft noch von einem Wert ausgegangen, der deutlich über dem Vorjahresergebnis von 1,96 Milliarden Euro liegen sollte. Hauptgründe für diesen Schritt sind eine hohe Volatilität der Treibstoffkosten sowie erhebliche Belastungen durch vorangegangene Streiks.

Ertragseinbruch im zweiten Quartal

Die neuen Jahresziele folgen auf einen schwierigen Geschäftsverlauf im zweiten Quartal. Zwar konnte die Lufthansa den Konzernumsatz um 8 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro steigern, doch das operative Ergebnis brach massiv ein. Das bereinigte EBIT sank auf 383 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 870 Millionen Euro erzielt worden waren. Damit verschlechterte sich die entsprechende Marge deutlich auf 3,4 Prozent. Die gestiegenen Treibstoffkosten trugen laut Medienberichten massiv zu dieser Entwicklung bei.

Als Reaktion auf die schwierigen Rahmenbedingungen tritt die Airline bei der Kapazität auf die Bremse. Das ursprünglich für dieses Jahr geplante Wachstum des Flugangebots von 4 Prozent wurde zunächst im Mai auf 2 Prozent gesenkt und nun auf 0 Prozent revidiert. Damit stagniert das Angebot auf dem Niveau des Vorjahres, während das Unternehmen versucht, die Profitabilität durch eine striktere Angebotsdisziplin zu stabilisieren.

Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen

Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen und der neuen Prognose zeigten sich Marktbeobachter skeptisch. Der Analyst Harry Gowers von JPMorgan senkte am Mittwoch sein Kursziel für die Lufthansa-Aktie auf 7,50 Euro und bestätigte die Einstufung auf „Neutral“. Zur Begründung verwies er auf die reduzierten Schätzungen nach dem jüngsten Finanzbericht. Auch die DZ Bank passte ihre Erwartungen an und strich das Kursziel am selben Tag von zuvor 10,00 Euro auf 8,60 Euro zusammen.

Am Aktienmarkt spiegelt sich diese Verunsicherung wider. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 8,44 Euro, was einem Rückgang von 1,63 Prozent entspricht. Damit notiert der Wert aktuell 17,82 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 10,27 Euro.

Strategische Weichenstellungen und personeller Umbruch

Trotz der operativen Turbulenzen treibt der Konzern seine strategischen Pläne voran. Ende Juli wurde ein Angebot im Bieterprozess um die TAP Air Portugal eingereicht, wobei zunächst eine Minderheitsbeteiligung angestrebt wird. Bereits im Juni hatte die Lufthansa ihre Option zum Erwerb der Mehrheit an der italienischen ITA Airways ausgeübt und hält nun 90 Prozent der Anteile.

Flankiert werden diese Schritte von einem umfassenden Managementwechsel in den Tochtergesellschaften. Wie die Lufthansa Group am Montag mitteilte, erhalten Edelweiss, Eurowings und Lufthansa City Airlines zum Herbst neue Führungskräfte. Edi Wolfensberger übernimmt zum 1. Oktober den CEO-Posten bei Edelweiss. Parallel dazu rückt Matthias Spohr zum neuen COO von Eurowings auf, während Michael Kircher zum 1. November die Leitung der Lufthansa City Airlines übernehmen soll.

Zusätzlich sah sich das Unternehmen zuletzt mit rechtlichen Hürden konfrontiert. Laut Handelsblatt untersagte das Oberlandesgericht Köln bestimmte Werbeaussagen zu nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF), da diese als irreführend für Verbraucher eingestuft wurden. Zudem kam es am Donnerstag zu einem operativen Zwischenfall: Eine Boeing 747-8 musste auf dem Weg nach Brazzaville wegen eines undefinierbaren Geruchs in der Kabine notlanden. Medienberichten zufolge konnten alle Passagiere sicher evakuiert werden.

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