Lufthansa verschiebt die Rückkehr nach Dubai und muss damit ihre kurzfristige Flugplanung erneut anpassen. Wegen der Lage und des Lageausblicks im Nahen Osten sollen die Verbindungen erst am 25. November wieder starten.
Die gestern bekannt gegebene Entscheidung trifft auf einen ungelösten Piloten-Tarifkonflikt und Kostensorgen vor den anstehenden Quartalszahlen. Für Anleger rückt damit die Frage in den Mittelpunkt, wie belastbar die Ergebnisplanung ist.
Dubai-Rückkehr später als geplant
Ursprünglich wollten Lufthansa und SWISS am 25. Oktober wieder nach Dubai fliegen. Für Eurowings war der Neustart am 1. November vorgesehen. Nun gilt für die Wiederaufnahme der spätere gemeinsame Termin.
Reuters zufolge erhalten betroffene Fluggäste flexible Umbuchungsmöglichkeiten oder eine vollständige Erstattung. Die Verschiebung betrifft damit nicht nur die Einsatzplanung der Fluggesellschaften, sondern auch bereits gebuchte Reisen. Ausschlaggebend ist nach Angaben der Lufthansa Group die Sicherheitslage einschließlich ihres weiteren Ausblicks.
Die Aktie gab gestern nach und schloss bei 7,00 €. Meldung und Kursrückgang fielen zeitlich zusammen. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass die verschobene Dubai-Rückkehr allein den Ausschlag für die Verluste gab.
Kosten und Ergebnisziel im Fokus
Die nächste wichtige Standortbestimmung liefern die Quartalszahlen am 3. November. Im Mittelpunkt steht dabei neben der operativen Entwicklung die Frage, ob höhere Ticketpreise zusätzliche Belastungen auffangen können.
JPMorgan bestätigte am Mittwoch die Einstufung „Neutral“ mit einem Kursziel von 7 Euro. Analyst Harry Gowers verwies auf höhere Treibstoffkosten. Er bezweifelte, dass steigende Ticketpreise diese ausgleichen, und erwartete eine Einengung der EBIT-Zielspanne in Richtung des unteren Endes.
Diese Einschätzung ist eine Prognose, keine bereits gemeldete Anpassung der Unternehmensziele. Sie lenkt den Blick auf die Ertragsqualität: Höhere Preise allein würden die Ergebnisentwicklung nicht absichern, wenn die Kosten stärker ins Gewicht fallen.
UBS hatte am Montag dagegen die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 10 Euro bestätigt. Analyst Jarrod Castle nannte die Quartalszahlen als möglichen Kurstreiber. Zudem verwies er auf mögliche Vorteile einer Lufthansa-Beteiligung an TAP.
Tarifgespräche bleiben ein Unsicherheitsfaktor
Parallel dazu bleibt der Konflikt mit der Vereinigung Cockpit ungelöst. Laut n-tv endete die Schlichtung am Donnerstag ohne bindenden Schlichterspruch; die Gespräche liefen weiter. Die Schlichter empfahlen zusätzliche Verhandlungen.
Dabei geht es unter anderem um Betriebsrenten und anstehende Gehaltsverhandlungen für rund 5.000 Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo. Ein Abschluss steht damit weiterhin aus.
Die Quartalszahlen müssen nun zeigen, wie Lufthansa ihre Ergebnisziele unter den bestehenden Kostenbelastungen einordnet. Die Dubai-Verschiebung verschärft die Unsicherheit in der Flugplanung; der offene Tarifkonflikt betrifft zugleich die künftigen Arbeitsbedingungen und Kosten. Entscheidend wird deshalb die Verbindung aus operativer Entwicklung und Ausblick sein.
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