Lufthansa Aktie: Dritter DAX-Aufstieg gescheitert

Symbolbild, KI-generiert

Lufthansa verpasst den DAX erneut. Neue Services, Streckenstreichungen und Führungswechsel prägen den Konzern trotz schwacher Aktienentwicklung.

Auf einen Blick:
  • Dritter vergeblicher DAX-Anlauf 2026
  • Aktie verliert monatlich 9,3 Prozent
  • Starlink-Ausbau bis 2029 vorgesehen
  • Vier Europa-Verbindungen werden eingestellt

Lufthansa bleibt dem MDAX erhalten. Die Deutsche Börse hat am Donnerstag bestätigt, dass der Konzern trotz erneuter Bewerbung nicht in den DAX aufsteigt. Es ist bereits der dritte gescheiterte Anlauf in diesem Jahr, nach Rückschlägen im März und im Juni. Seit dem Abstieg im Juni 2020 wartet die Fluggesellschaft nun schon sechs Jahre auf ihr Comeback in die erste deutsche Börsenliga.

Für Anleger ist das mehr als eine Formalie. Ein DAX-Platz würde automatische Käufe durch Indexfonds auslösen und die Sichtbarkeit des Papiers erhöhen. Stattdessen bleibt Lufthansa im zweiten Börsensegment gefangen – ein Signal, das zur schwachen Kursentwicklung der vergangenen Wochen passt.

Die Aktie schloss am Freitag bei 7,86 Euro, nach einem Tagesplus von 1,7 Prozent. Auf Monatssicht steht dennoch ein Rückgang von 9,3 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 10,27 Euro aus dem Juli fehlen der Aktie weiterhin 23 Prozent.

Operatives Geschäft läuft trotz Baustellen weiter

Während die Indexfrage ungeklärt bleibt, treibt Lufthansa den operativen Betrieb voran. Zum Winterflugplan, der ab 15. September gilt, führt der Konzern neue Business-Class-Sitzkategorien auf Langstreckenflügen ein.

Bereits seit dem 1. September gibt es fünf warme Mahlzeiten in der Economy Class auf Kurz- und Mittelstrecke. Parallel dazu rollt Lufthansa das Starlink-WLAN auf ausgewählten Flugzeugen aus – nach einem ersten regulären Einsatz im August auf der Strecke Frankfurt–Rom soll die Technik bis 2029 auf rund 850 Flugzeuge kommen.

Auf der anderen Seite dünnt der Konzern sein Streckennetz aus. Ab dem 25. Oktober werden vier europäische Verbindungen eingestellt: Frankfurt–Nantes, Frankfurt–Triest, München–Genua und München–Istanbul.

Zwei der Strecken betreibt Lufthansa selbst, zwei die Tochter Air Dolomiti. Solche Einsparungen an margenschwachen Kurzstrecken passen zum Sparkurs, den der Konzern nach der Gewinnwarnung im Sommer eingeschlagen hat – seither hat die Aktie rund 15 Prozent verloren.

Personalwechsel in mehreren Sparten

Zusätzlich zur Netzwerk- und Serviceanpassung stellt Lufthansa mehrere Führungspositionen neu auf. Edi Wolfensberger übernimmt zum 1. Oktober den Posten des CEO bei Edelweiss und folgt damit auf Bernd Bauer. Matthias Spohr wird zum gleichen Datum COO bei Eurowings. Bei der neuen Sparte Lufthansa City Airlines übernimmt Michael Kircher ab dem 1. November die Geschäftsführung.

Die gehäuften Personalwechsel fallen in eine Phase, in der der Konzern operativ unter Druck steht. Kostensteigerungen bei Kerosin und Löhnen hatten im zweiten Quartal das bereinigte Ergebnis deutlich belastet, die Jahresprognose wurde entsprechend nach unten korrigiert.

Vor diesem Hintergrund wirkt der erneut verpasste DAX-Aufstieg wie ein zusätzlicher Dämpfer für eine Aktie, die technisch angeschlagen bleibt: Mit einem RSI von 42 und einem Kurs klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,68 Euro fehlt derzeit die Dynamik für eine rasche Erholung.

Der Blick der Anleger richtet sich damit auf die nächste Überprüfung durch die Deutsche Börse, bei der Lufthansa einen vierten Anlauf auf den DAX unternehmen könnte.

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