Ein Rekord, der sich seltsam anfühlt. Lufthansa meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von 8,7 Milliarden Euro, mehr als je zuvor in einem ersten Quartal. Das Ergebnis verbesserte sich um 110 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Und dennoch steht unter dem Strich ein operativer Verlust von 612 Millionen Euro. CEO Carsten Spohr nannte das einen Beleg dafür, dass Lufthansa liefert, was sie versprochen hat. Nun ja.
Kerosin als eigentlicher Antagonist
Der Nahost-Konflikt hat die Luftfahrt in zwei Richtungen gleichzeitig gezogen. Zunächst profitierte Lufthansa davon, dass Golfhubs wie Emirates, Qatar und Etihad massiv Kapazitäten abbauen mussten. Passagiere strömten auf die verbleibenden Verbindungen, die Yields stiegen, besonders im März. Seat Load Factor kletterte auf 81,9 Prozent, Stückerlöse lagen 3,3 Prozent über Vorjahr.
Dann kam die Kehrseite. Die faktische Blockade der Straße von Hormus hat den Kerosinpreis mehr als verdoppelt. Lufthansa ist zwar zu rund 80 Prozent für das laufende Jahr abgesichert, aber das reicht nicht. Unter dem Strich entstehen 2026 zusätzliche Kerosinkosten von 1,7 Milliarden Euro. Das ist keine Kleinigkeit, das ist ein strukturelles Problem für dieses Jahr.
Deutsche Lufthansa AG Aktie Chart
Streiks, Cityline, und kein ruhiges Fahrwasser
Dazu kamen zwei Pilotenstreiks im ersten Quartal, weitere Arbeitsniederlegungen im April, diesmal auch mit der UFO-Kabinengewerkschaft, und als Reaktion darauf die vorzeitige Einstellung des Betriebs bei Cityline mit rund 30 Flugzeugen. CFO Till Streichert formulierte es so: Die aktuelle Lage zwinge dazu, jeden Hebel zu prüfen, um Kosten zu senken und Risiken zu begrenzen. Der Jahresgewinn werde wohl niedriger ausfallen als ursprünglich geplant.
Immerhin: Lufthansa Technik steigerte den Umsatz um 12 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro, das externe Geschäft sogar um 19 Prozent. Lufthansa Cargo verbesserte das operative Ergebnis von 62 auf 83 Millionen Euro. Der Adjusted Free Cash Flow stieg um 65 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, die Nettoverschuldung sank von 6,4 auf 5,3 Milliarden Euro. Das sind solide Zahlen aus den Bereichen, die gerade nicht streiken und nicht in der Krise stecken.
Jahresprognose bleibt, aber mit Vorbehalt
Die Guidance steht: Lufthansa erwartet für 2026 ein operatives Ergebnis deutlich über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro. Streichert sagte, er bleibe zuversichtlich, sofern es keine Kerosinversorgungsengpässe und keine weiteren Streiks gebe. Zwei Bedingungen, die in diesem Jahr beide schon eingetreten sind. Dass der Sommer stark wird, glaubt man in Frankfurt fest, die Buchungslage stützt das. Ob das die 1,7 Milliarden Euro Kerosin-Mehrkosten auffängt, ist die eigentlich interessante Frage, und die beantwortet kein Quartalsbericht.
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