Eine Aufsichtsrätin greift bei Lufthansa zu, und das an einem Tag, an dem die Branche Rückenwind bekommt. Astrid Stange hat Aktien im Wert von knapp 154.000 Euro erworben. Die Meldung kam am Freitagvormittag.
Der Kauf im Detail
Die Transaktion liegt auf dem 5. November 2026. Stange erwarb die Papiere zu 8,332 Euro je Aktie, abgewickelt über Tradegate. Die Order verteilte sich auf mehrere Teilausführungen, zusammen ergibt das das genannte Volumen. Es handelt sich um eine Erstmeldung nach den Transparenzregeln für Führungskräfte.
Eigenkäufe von Kontrolleuren gelten am Markt oft als Vertrauenssignal. Ein Beleg für die weitere Kursrichtung sind sie nicht.
Barclays dreht die Branchensicht
Der Zeitpunkt passt zu einem freundlicheren Umfeld. Barclays-Analyst Andrew Lobbenberg hat Europas Airlines neu bewertet. Air France-KLM stufte er von „Underperform“ auf „Outperform“ hoch und verdoppelte das Kursziel. Auch Ryanair empfiehlt er nun. Bei Lufthansa gab er seine starke Skepsis auf, bleibt aber vorsichtiger als bei den Konkurrenten.
Sein Argument: Die Treibstoffkosten dürften nach den US-Zwischenwahlen sinken, die Nachfrage robuster ausfallen. Allerdings erwartet er, dass sich das zuletzt geopolitisch aufgeblähte Luftfracht- und Asiengeschäft schneller normalisiert. Genau dort liegt Lufthansas Stärke, daher fällt die Einstufung zurückhaltender aus.
Die Aktie legte am Vormittag um rund 2 Prozent zu und erreichte fast ein Hoch seit August. Sie trotzte damit einem schwachen Gesamtmarkt.
Kerosin bleibt der Belastungsfaktor
Die Entlastung ist bislang eine Erwartung, kein Fakt. Diese Woche hob Konzernchef Carsten Spohr seine Schätzung für die Kerosinrechnung an, ebenso der Chef von Air France-KLM.
Am Freitag zog IAG nach: Die British-Airways-Mutter rechnet für 2026 mit Treibstoffkosten von 8,9 Milliarden Euro, zuvor waren es 8,6 Milliarden. Der operative Gewinn im dritten Quartal sank dort um rund 16 Prozent. Airline-Aktien stehen wegen der hohen Preise infolge des Iran-Kriegs unter Druck.
Das Analystenbild bleibt nüchtern. Die Kursziele reichen von 7 bis 9 Euro, fünf von sieben Experten raten zum Halten. Mit rund 8,3 Euro notiert die Aktie bereits nahe dem oberen Ende dieser Spanne. Fällt der Kerosinpreis wie von Barclays erwartet, dürfte die Obergrenze der Kursziele zum Maßstab werden.
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