Lufthansa Aktie: 90-Prozent-Mehrheit an ITA im Juni

Lufthansa stockt ihren Anteil an ITA Airways auf 90 Prozent auf. Die vollständige Integration der italienischen Airline rückt damit näher.

Auf einen Blick:
  • Anteilserhöhung von 41 auf 90 Prozent
  • Kapitalerhöhung über 325 Millionen Euro
  • Abschluss für erstes Quartal 2027 erwartet
  • Analysten sehen Aktie kurzfristig überkauft

Lufthansa macht Ernst mit dem Ausbau in Italien. Im Juni 2026 zieht der Konzern die Option zur Mehrheitsübernahme von ITA Airways — und erhöht seinen Anteil von 41 auf 90 Prozent. Das ist kein kleiner Schritt.

Die Transaktion umfasst eine Kapitalaufstockung von 325 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat hat den Deal bereits Mitte Mai genehmigt. Bis der Erwerb offiziell abgeschlossen ist, dürfte es allerdings noch dauern: Der Abschluss ist für das erste Quartal 2027 geplant — abhängig von der Zustimmung der EU-Kommission und des US-Justizministeriums.

Was ITA Airways für Lufthansa bedeutet

Die Integration läuft schon länger. Buchungssysteme, das Vielfliegerprogramm Miles & More und der Zugang zu Premium-Lounges sind bereits verknüpft. Lufthansa Cargo vermarktet seit dem vergangenen Jahr die Frachtkapazitäten von ITA. Die Mehrheitsübernahme soll nun die vollständige operative und finanzielle Eingliederung ermöglichen.

Die italienische Regierung behält zunächst die verbleibenden 10 Prozent. Lufthansa hat jedoch eine Option, auch diese Tranche 2028 zu erwerben.

Analysten bleiben zurückhaltend

Am Finanzmarkt hält sich die Begeisterung in Grenzen. Von 21 Analysten empfehlen elf die Aktie zu halten, sechs raten zum Kauf, vier zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 8,36 Euro — leicht unter dem aktuellen Kurs von 8,50 Euro.

Die Bandbreite der Einschätzungen ist bemerkenswert groß: Morgan Stanley senkte Ende Mai sein Kursziel auf 6,20 Euro, Barclays blieb bei 6,80 Euro, die Deutsche Bank bestätigte 7,00 Euro. Das optimistischste Ziel liegt bei 12,00 Euro.

Die Aktie notiert aktuell rund zehn Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro, hat aber auf Jahressicht fast 20 Prozent zugelegt. Mit einem RSI von 77 ist das Papier kurzfristig überkauft — ein technisches Signal, das manche Anleger zur Vorsicht mahnt.

Der nächste Meilenstein ist regulatorischer Natur. Solange Brüssel und Washington nicht grünes Licht geben, bleibt die Mehrheitsübernahme formal offen.

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