Die Lufthansa-Aktie steckt tief in der Korrektur. Am Freitag schloss das Papier bei 7,63 Euro, ein Minus von 0,5 Prozent – auf Wochensicht steht bereits ein Rückgang von 6,7 Prozent zu Buche. Der Kurs notiert damit rund 15 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, ein deutliches Zeichen für den anhaltenden Abwärtsdruck der vergangenen Wochen.
Belastend wirkt weiterhin der Tarifkonflikt mit den Piloten. Die Schlichtung soll nun Bodo Ramelow für die Vereinigung Cockpit sowie Roland Koch für Lufthansa und Lufthansa Cargo übernehmen, unterstützt von Günther Heckelmann für Eurowings und Lufthansa Cityline. Der Streit hat den Konzern in diesem Jahr bereits an sieben Streiktagen rund 150 Millionen Euro gekostet.
Besonders brisant: Laut Umfragen unter den Piloten würden 70 Prozent erneut streiken, sollte die Schlichtung scheitern. Für Anleger bedeutet das ein anhaltendes Risiko operativer Störungen und weiterer finanzieller Belastungen, solange keine Einigung erzielt wird.
Neuer Prozess um Germanwings-Unglück
Zusätzlichen Gegenwind bringt ein neuer Prozess im Zusammenhang mit dem Germanwings-Unglück. Parallel dazu treibt der Konzern operative Themen voran: Neue Fernziele sollen ins Streckennetz aufgenommen werden, zudem wird das Stopover-Programm erweitert. Diese Nachrichten geraten angesichts der juristischen und tariflichen Baustellen jedoch in den Hintergrund – die Marktreaktion bleibt verhalten.
Charttechnik signalisiert überverkaufte Lage
Die technischen Indikatoren zeichnen ein Bild wachsender Nervosität unter Anlegern. Mit einem RSI von 27,8 gilt die Aktie als überverkauft, was aus rein charttechnischer Sicht auf eine mögliche Gegenbewegung hindeuten könnte.
Allerdings bleibt der fundamentale Nachrichtenfluss – Tarifstreit, Prozessrisiken – der dominierende Faktor für die Kursentwicklung. Die Volatilität von 35 Prozent auf 30-Tage-Sicht unterstreicht, wie unruhig der Handel in der Aktie derzeit verläuft.
Ausblick für Anleger
Solange die Schlichtung im Pilotenkonflikt kein Ergebnis liefert, dürfte der Druck auf die Aktie anhalten. Die hohe Streikbereitschaft der Belegschaft signalisiert, dass eine schnelle, reibungslose Lösung keineswegs sicher ist. Anleger sollten die Entwicklung der Schlichtungsgespräche als zentralen Kurstreiber im Blick behalten – mehr noch als die operativen Fortschritte bei Streckennetz und Zusatzangeboten, die derzeit kaum Beachtung finden.
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