LPKF Laser Aktie: Voleon Capital wettert mit 2,13% Short

LPKF steigt in den SDAX auf, doch Hedgefonds erhöhen Short-Positionen. Der Aktienkurs fällt trotz Index-Nachricht um zwölf Prozent in einer Woche.

Auf einen Blick:
  • SDAX-Aufnahme für LPKF bestätigt
  • Hedgefonds bauen Short-Positionen aus
  • Kurs seit Mai um 30 Prozent gefallen
  • CEO lehnt Kapitalerhöhung ab

Kurszuwachs von fast 250 Prozent seit Jahresbeginn, SDAX-Aufnahme bestätigt — und trotzdem verliert die LPKF-Aktie allein in der letzten Woche über zwölf Prozent. Der Laserspezialist aus Garbsen steckt mitten in einem Widerspruch: gute Indexnachrichten, aber wachsender Gegenwind von mehreren Seiten.

SDAX-Aufnahme bringt neue Käufer

ISS STOXX hat die Aufnahme von LPKF in den SDAX bestätigt. Sie soll voraussichtlich in der zweiten Junihälfte 2026 wirksam werden. Das bedeutet automatische Käufe durch passive Indexfonds, die den Small-Cap-Index abbilden. Institutionelle Sichtbarkeit steigt damit ebenfalls.

Allerdings reicht das allein nicht, um die Stimmung zu drehen. Der Kurs liegt aktuell bei 20,90 Euro — rund 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 30,00 Euro, das erst im Mai erreicht wurde. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Tage liegt bei 140 Prozent. Kein ruhiges Fahrwasser.

Hedgefonds wetten gegen die Rally

Parallel zum Indexaufstieg bauen Leerverkäufer ihre Positionen aus. Voleon Capital Management hält inzwischen eine Netto-Short-Position von 2,13 Prozent. Marshall Wace ist ebenfalls mit einer meldepflichtigen Position im Register.

Das Kalkül dahinter ist nachvollziehbar. Die Aktie hat seit Jahresbeginn fast 248 Prozent zugelegt — trotz eines Umsatzeinbruchs von 32 Prozent auf 17,1 Mio. Euro im ersten Quartal 2026. Das schwache Solargeschäft belastete stark. Marktbeobachter sehen darin eine Bewertungslücke, die Leerverkäufer gezielt ausnutzen.

Hauptversammlung heizt Konflikt an

Die Korrektur beschleunigte sich nach der Hauptversammlung Anfang Juni. Aktionärsvertreter forderten eine sofortige Kapitalerhöhung, um den Hochlauf der LIDE-Technologie zu beschleunigen. CEO Klaus Fiedler lehnte das ab. Das Management will die finanzielle Unabhängigkeit wahren. Der Bilanzgewinn wird vollständig vorgetragen, eine Dividende gibt es nicht.

Im Aufsichtsrat folgt Dr. Arne Schneider, aktuell Vorstandsvorsitzender von Elmos Semiconductor, auf Dr. Dirk Michael Rothweiler. LPKF holt damit gezielt Halbleiter-Expertise ins Gremium — passend zur geplanten Expansion im Bereich Chip-Packaging mit LIDE-Systemen.

Operative Bewährungsprobe im zweiten Quartal

Die LIDE-Technologie (Laser Induced Deep Etching) ist der eigentliche Kern der Investmentstory. Das Management hatte für das zweite Quartal 2026 erste Produktionsaufträge in Aussicht gestellt. Das Auftragsbuch sendet mit einer Book-to-Bill-Ratio von 1,4 ein positives Signal. Serienaufträge im Bereich Advanced Packaging stehen aber noch aus.

Der RSI liegt bei 48,9 — technisch neutral. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 9,36 Euro zeigt, wie weit die Aktie in kurzer Zeit gelaufen ist. Ob die SDAX-Aufnahme als stabiler Anker wirkt oder die Short-Seller die Oberhand behalten, entscheidet sich mit den operativen Meldungen aus dem laufenden Quartal.

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