Die Zahlen für die ersten neun Monate zeigen, wie stark das Solargeschäft an LPKF zieht. Der Umsatz sank um 28,1 Prozent auf 60,3 Millionen Euro, der Verlust weitete sich deutlich aus. Immerhin bestätigt das Management die im September gesenkte Jahresprognose.
Solar und Advanced Packaging bremsen
Das bereinigte EBIT lag bei minus 8,9 Millionen Euro, nach minus 0,8 Millionen im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich steht ein Fehlbetrag von 13,7 Millionen Euro. Der Free Cashflow rutschte auf minus 11,7 Millionen Euro.
Hauptursache ist das Solarsegment. Kunden schieben Investitionen auf, weil sie den Wechsel zu Perowskit-Technologie erwarten. Ein erwarteter größerer Auftrag aus China ging bislang nicht ein. Er war der maßgebliche Grund für die Prognosesenkung.
Auch im Advanced Packaging dauert es länger. Der Übergang von Entwicklungsprojekten zu Produktionsanwendungen braucht mehr Zeit als geplant, zugleich nimmt der Wettbewerb zu. „Die Geschäftsentwicklung bleibt hinter unseren Erwartungen zurück“, sagte Konzernchef Klaus Fiedler.
Ein Lichtblick ist ein Letter of Intent eines führenden asiatischen Herstellers über ein Volumen im mittleren einstelligen Millionenbereich. Er könnte LPKF in die Lieferkette für den Produktionsanlauf bringen. Ein verbindlicher Auftrag ist er allerdings nicht.
Uneinheitliches Bild in den Segmenten
Electronics lief besser: Umsatz und Auftragseingang lagen über dem Vorjahr, getrieben von Laserschneiden für Leiterplatten und der Tensor-Technologie. Development meldete ebenfalls mehr Aufträge, kämpft aber im US-Geschäft mit unsicheren Bildungsbudgets. Welding blieb deutlich unter Vorjahr.
Der Auftragseingang hielt sich mit 65,1 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Der Auftragsbestand lag Ende September bei 31,9 Millionen Euro.
Prognose und Sparprogramm
Für 2026 erwartet LPKF einen Umsatz von 93 bis 100 Millionen Euro und eine bereinigte EBIT-Marge zwischen minus 7,0 und minus 2,5 Prozent. Ursprünglich standen 105 bis 120 Millionen Euro im Plan. Das Unternehmen rechnet mit einem anspruchsvollen Schlussquartal.
Das Effizienzprogramm North Star soll bis 2028 eine zweistellige EBIT-Marge bringen. Die erste Welle ist abgeschlossen, jährliche Einsparungen von gut 8 Millionen Euro werden schrittweise wirksam. Die zweite Welle setzt auf eine neue funktionale Organisation, die am 1. Januar 2027 starten soll. Der dafür geplante Personalabbau wird derzeit mit dem Betriebsrat verhandelt.
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