Bei LPKF Laser klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Das Management hat für das laufende Quartal erste Großaufträge für die LIDE-Technologie versprochen. In zwei Wochen endet das Quartal.
Technologischer Wendepunkt in Sicht
Aktuell präsentiert sich das Unternehmen auf der GFAB-Konferenz in Chicago. Dort positioniert LPKF seine Laser-Technologie zur Glasbearbeitung für die Halbleiterindustrie. Zahlreiche Kunden testen die Anlagen bereits. Der Übergang zur industriellen Serienproduktion ist das zentrale Versprechen für 2026. Im kommenden Jahr soll dann der Hochlauf der Massenproduktion starten.
Schwache Zahlen, starker Kurs
An der Börse wird diese Fantasie längst gehandelt. Seit Jahresbeginn schoss der Kurs um 272,71 Prozent nach oben. Aktuell notiert das Papier bei 22,40 Euro. Dieser Höhenflug steht im harten Kontrast zu den operativen Zahlen. Im ersten Quartal sank der Umsatz auf 17,1 Millionen Euro.
Das operative Ergebnis rutschte mit minus 6,9 Millionen Euro tief in die roten Zahlen. Vor allem das schwache Solargeschäft bremste den Konzern. Ein Lichtblick bleibt der Auftragseingang. Dieser kletterte auf 24,1 Millionen Euro. Das entspricht einer starken Book-to-Bill-Ratio von 1,4. Um wieder Gewinne zu schreiben, senkt der Vorstand die Kosten über ein neues Effizienzprogramm.
SDAX-Aufnahme treibt Liquidität
Zusätzlichen Schub bringt der Juni auf struktureller Ebene. LPKF rückt im weiteren Monatsverlauf in den SDAX auf. Indexfonds müssen die Papiere nun kaufen. Die Folge: mehr Liquidität im Handel. Parallel dazu treiben unbestätigte Gerüchte über Partnerschaften in der Luft- und Raumfahrt den Kurs.
Die kommenden zwei Wochen entscheiden über die kurzfristige Richtung. Liefert das Management die versprochenen LIDE-Aufträge, untermauert das die extrem hohe Bewertung. Bleiben die Verträge aus, droht ein harter Realitätscheck. Bei einer annualisierten Volatilität von fast 139 Prozent wäre eine scharfe Korrektur die logische Konsequenz.
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