Liebe Leserin, lieber Leser,
die Aktie von LPKF Laser, ein deutsches Technologieunternehmen, das Lasersysteme entwickelt und produziert, hatte bis Mitte dieses Jahres einen irren Lauf. Ausgehend von gut 5 Euro noch im Dezember 2025 schoss die Aktie bis auf 30,10 Euro im Juni. Doch der Rücksetzer kam prompt. Anfang Oktober war die LPKF-Aktie nur noch gut 16 Euro wert, aktuell notiert sie noch weitaus tiefer bei knapp 11 Euro. Dass die Euphorie um den Highflyer unter den Nebenwerten der Ernüchterung gefolgt ist, hat seinen Grund.
LPKF leidet unter schwachem Solargeschäft
Die LPKF Laser & Electronics SE hatte ihre Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2026 bereits am 30. September 2026 nach unten korrigiert und diese im Zuge der Neunmonatszahlen am Donnerstag bestätigt. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben in den ersten neun Monaten 2026 einen Konzernumsatz von lediglich 60,3 Millionen Euro erzielt. „Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Rückgang um 28,1 Prozent“, wie man einräumte. Ausschlaggebend sei insbesondere das deutlich schwächere Solargeschäft gewesen. Doch auch im Advanced Packaging verzögerten sich demnach erwartete Aufträge.
Doch es gab auch einen Lichtblick: „Gleichzeitig erzielte das Unternehmen Fortschritte bei der Positionierung seiner glasbasierten Halbleitertechnologien und bei der Umsetzung seines Effizienzprogramms North Star“, heißt es in der LPKF-Mitteilung. Der Auftragseingang blieb mit 65,1 Millionen Euro immerhin nahezu auf Vorjahresniveau von 65,4 Millionen. Von Gewinn allerdings kann keine Rede sein.
Ebit-Marge von LPKF bei minus 14,7 Prozent
- Das EBIT lag nach neun Monaten bei -12,8 Mio. EUR nach -3,3 Mio. EUR im Vorjahr
- Das bereinigte EBIT betrug demnach -8,9 Mio. EUR gegenüber -0,8 Mio. EUR
- die bereinigte EBIT-Marge erreichte lediglich -14,7 % nach -1,0 % im Vorjahr
Dass dies nicht befriedigend sein kann, daraus machte selbst der Unternehmenschef kein Geheimnis. „Die Geschäftsentwicklung bleibt hinter unseren Erwartungen zurück. Insbesondere die ausstehenden Solaraufträge und Verzögerungen im Advanced Packaging belasten das laufende Jahr“, sagte Klaus Fiedler, Vorstandsvorsitzender von LPKF. „Unsere Aufgabe ist jetzt, technologische Fortschritte in belastbare Aufträge zu überführen und zugleich die strukturelle Basis des Unternehmens zu stärken.“
LPKF Laser im zunehmenden Wettbewerb
Im Advanced Packaging arbeitet LPKF demnach beispielsweise daran, seine Technologie für die präzise Strukturierung von Glas in der Halbleiterfertigung zu etablieren. „Zahlreiche Kunden und Partner nutzen bereits Anlagen in Entwicklungs- und Qualifizierungsprojekten“, versichert man. Der Übergang zu Produktionsanwendungen benötige jedoch mehr Zeit als ursprünglich erwartet; zugleich nehme der Wettbewerb zu.
Im dritten Quartal erhielt LPKF laut Mitteilung zudem einen Letter of Intent (LOI) eines führenden asiatischen Herstellers mit einem Volumen im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich. „Er eröffnet dem Unternehmen die Perspektive, Teil der Lieferkette für den Produktionsanlauf zu werden“, heißt es. Bereits im ersten Quartal hatte LPKF über einen ersten Folgeauftrag für Produktionszwecke berichtet.
Analyst bestätigte hohes Kursziel
An den Märkten kam all das bislang nicht an. Nach der Warnung von Ende September hatte ein Analysehaus noch Hoffnung. Die Kursschwäche nach der Prognosesenkung biete eine gute Einstiegschance, glaubte Malte Schaumann von Warburg Research Anfang Oktober.
- Das Übergangsjahr 2026 sei für die Anlagestory „letztlich unbedeutend“, so der Analyst
- Schaumann hatte die Einstufung für LPKF mit einem Kursziel von 23,50 Euro auf „Buy“ belassen
Ein Irrtum: Statt sich im Wert mehr als zu verdoppeln, hat die Aktie seit damals ein weiteres Drittel an Wert eingebüßt. Seit ihrem Höchststand im Juni sind es sogar knapp 65 Prozent. Das einzig Tröstliche, für langfristig Investierte zumindest: Auf Jahressicht hat die LPKF Laser & Electronics SE ihren Börsenwert noch immer um knapp 60 Prozent gesteigert.
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