Nach einer zwischenzeitlichen Erholungsphase sieht sich die Aktie von LPKF Laser am heutigen Freitag deutlichen Abgaben gegenüber. Das Papier notiert bei 14,80 Euro, was einem Rückgang von 6,3 Prozent entspricht. Damit gibt der Kurs einen Teil der Gewinne wieder ab, die er seit dem Tiefstand im Anschluss an die jüngste Bilanzvorlage vor rund drei Wochen erzielen konnte.
Ein unmittelbarer neuer Nachrichtentreiber für den heutigen Rücksetzer liegt nicht vor, was auf eine technische Konsolidierung nach der vorangegangenen Rallye hindeutet.
Schwache Halbjahresbilanz belastet weiterhin
Die Stimmung der Anleger ist noch immer von den Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 geprägt, die das Unternehmen vor rund drei Wochen veröffentlichte. In diesem Zeitraum sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 38,3 Prozent auf 36,5 Millionen Euro.
Besonders deutlich fiel das operative Ergebnis (EBIT) mit minus 14,1 Millionen Euro ins Minus, nachdem im Vorjahreszeitraum lediglich ein Fehlbetrag von 1,7 Millionen Euro zu Buche gestanden hatte. Auch der Auftragseingang halbierte sich nahezu auf 19,9 Millionen Euro.
Trotz dieser operativen Schwäche hielt das Management an der Prognose für das Gesamtjahr fest. LPKF erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 105 und 120 Millionen Euro sowie eine bereinigte EBIT-Marge im Bereich von minus 3,0 bis plus 4,5 Prozent.
Das Jahr 2026 wird dabei als Übergangsjahr definiert, in dem Restrukturierungskosten für das Transformationsprogramm „North Star“ in Höhe von drei bis vier Prozent des Umsatzes anfallen. Ziel ist es, bis zum Jahr 2028 eine nachhaltig zweistellige EBIT-Marge zu erreichen.
Strategischer Fokus auf Glas-Technologie
Ein zentraler Pfeiler für das künftige Wachstum soll die LIDE-Technologie (Laser Induced Deep Etching) für das Halbleiter-Packaging sein. Das Unternehmen bewertete das Marktpotenzial für diese Lösungen bis zum Jahr 2030 kürzlich neu und beziffert den adressierbaren Markt nun auf 1,7 Milliarden Euro.
Bisher lassen handfeste Volumenaufträge in diesem Bereich jedoch auf sich warten. Im zweiten Quartal wurden lediglich zwei Systeme an einen Spezialglashersteller und eine Universität ausgeliefert.
Im Rahmen der laufenden Restrukturierung hat LPKF bereits eine erste Welle des Personalabbaus abgeschlossen. Während das Solarsegment aufgrund der Marktschwäche erst ab 2028 mit einem deutlichen Hochlauf der Perowskit-Technologie rechnet, zeigt der Bereich Electronics eine steigende Nachfrage nach Laserschneid-Systemen für Leiterplatten.
Analysten sehen trotz Korrektur Potenzial
Die Einschätzungen von Experten fielen zuletzt trotz der schwachen Halbjahreszahlen konstruktiv aus. Ende Juli stufte Warburg Research die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hoch und erhöhte das Kursziel deutlich von 16,00 Euro auf 23,50 Euro.
Die Analysten begründeten dies damit, dass der Einsatz von Glassubstraten in der Chip-Produktion lediglich eine Frage der Zeit sei und die Kurskorrektur eine Einstiegsgelegenheit biete. Auch die Montega AG bestätigte kurz nach der Bilanzvorlage ihre Kaufempfehlung, reduzierte jedoch das Kursziel leicht auf 22,00 Euro.
Ein positives Signal kam zudem aus der Führungsetage: CFO Peter Mümmler kaufte vor rund drei Wochen 1.500 Aktien zum Kurs von 14,00 Euro. Trotz der heutigen Verluste zeigt die Aktie eine langfristig dynamische Entwicklung. Seit Jahresanfang verzeichnet der Wert ein Plus von 165 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 30,20 Euro, das im Juni erreicht wurde, trennen das Papier derzeit jedoch rund 51 Prozent.
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