LPKF Laser Aktie: 24,48% Crash in sieben Tagen

Trotz SDAX-Aufnahme erlebt LPKF einen massiven Kurssturz. Anleger nutzen das Hoch für Gewinnmitnahmen, während der Markt auf Serienaufträge für die LIDE-Technologie wartet.

Auf einen Blick:
  • Aktie verliert 24,48 Prozent in einer Woche
  • SDAX-Aufstieg löst Sell-the-News-Effekt aus
  • Fokus auf LIDE-Verfahren für Chipindustrie
  • Erste Serienaufträge werden bis Juni erwartet

Starke Nachrichten, schwache Kurse. Bei LPKF Laser klaffen Realität und Stimmung derzeit weit auseinander. Erst feierte der Laser-Spezialist den Aufstieg in den SDAX. Dann folgte ein massiver Kurssturz.

Am Freitag schloss das Papier bei 21,60 Euro. Das bedeutet einen Verlust von 24,48 Prozent in nur sieben Tagen. Marktbeobachter werten diesen Einbruch als klassischen Sell-the-News-Effekt. Investoren nutzten das frische 52-Wochen-Hoch von 30,20 Euro für rigorose Gewinnmitnahmen.

Trotz des jüngsten Rückschlags bleibt die langfristige Bilanz stark. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein Plus von rund 259 Prozent auf der Anzeigetafel. Die hohe Schwankungsbreite der Aktie überrascht kaum. Sie spiegelt die enormen Erwartungen an die Schlüsseltechnologie des Unternehmens wider.

Warten auf den Durchbruch

Im Zentrum der Fantasie steht das LIDE-Verfahren. Diese Technik ermöglicht eine hochpräzise Glasbearbeitung. Sie gilt als entscheidend für die nächste Generation von Chip-Architekturen. LPKF testet das Verfahren bereits bei mehreren Halbleiterkunden. Die Folge: Der Markt wartet ungeduldig auf den nächsten Schritt.

Morgen, am 30. Juni, steht ein wichtiger Stichtag an. Bis dahin erwarten Marktteilnehmer erste Serienaufträge für die LIDE-Technologie. Das Management signalisierte im Juni konkrete Gespräche mit Kunden. Erste Hochvolumen-Aufträge sollen noch in diesem Jahr eintreffen.

Gemischtes operatives Bild

Abseits der Zukunftshoffnungen zeigt das operative Geschäft ein gemischtes Bild. Im ersten Quartal sank der Umsatz auf 17,1 Millionen Euro. Ein schwaches Solargeschäft bremste die Entwicklung. Parallel dazu kletterte der Auftragseingang auf 24,1 Millionen Euro.

Das Unternehmen baut den Konzern derzeit aktiv um. Das interne Programm „North Star“ soll Kosten senken. Obendrein will LPKF seine Position in den wachsenden Halbleitermärkten stärken.

Der Halbjahresbericht im Juli wird den nächsten belastbaren Einblick liefern. Dann muss das Management konkrete Fortschritte bei der Kommerzialisierung der LIDE-Technologie vorweisen. Bis die tatsächliche Serienproduktion anläuft, vergeht ohnehin noch Zeit. Ein echter Produktionshochlauf ist frühestens ab 2027 realistisch.

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