Der Lasertechnik-Spezialist LPKF erlebte am Freitag eine Erholung. Die Aktie schloss bei 20,20 Euro – ein Plus von 4,66 Prozent. Das klingt nach einer entspannten Woche, ist aber nur die halbe Wahrheit.
Denn der Blick auf die Monatsentwicklung zeigt ein anderes Bild. Rund 7,76 Prozent hat das Papier in den vergangenen 30 Tagen verloren. Und zum 50-Tage-Durchschnitt von 22,55 Euro fehlen aktuell gut zehn Prozent.
Marktstudien beflügeln die Hoffnung
Die treibende Kraft hinter der jüngsten Gegenbewegung sind positive Branchenprognosen. Analysten erwarten für den deutschen Markt der Laserbohrsysteme bis 2035 ein jährliches Wachstum von fünf bis sieben Prozent.
Besonders vielversprechend: das Segment der Ultrakurzpuls-Laser. Hier prognostizieren Experten Raten von acht bis elf Prozent. Beide Technologien sind für LPKF zentral. Die Nachfrage kommt aus dem Halbleiter-Packaging und dem Bereich Mikrobohrungen in Leiterplatten.
Hinzu kommt der Markt für Laserhärtungssysteme. Hier rechnen Fachleute sogar mit jährlichen Wachstumsraten von acht bis zwölf Prozent – ebenfalls bis 2035.
Die Treiber sind klar: die fortschreitende Miniaturisierung von Elektronikkomponenten, der Ausbau der E-Auto-Produktion und die starke Nachfrage aus Asien-Pazifik. Allein diese Region generiert 40 bis 50 Prozent des weltweiten Bedarfs. Für exportorientierte deutsche Spezialisten wie LPKF ein stabiles Fundament.
Der große Abstand nach oben
Die Chancen sind also da. Doch die Kursentwicklung zeigt eine Kluft. Vom 52-Wochen-Hoch bei 30,20 Euro, das Ende Juni markiert wurde, trennt die Aktie stolze 33 Prozent. Ein massiver Abschlag.
Die Jahresbilanz hingegen ist außergewöhnlich. Rund 236 Prozent Plus seit Januar sind ein starkes Statement. Der RSI liegt mit 43,5 Punkten im neutralen Bereich. Die Aktie ist nach den Korrekturen der Vorwochen weder überkauft noch massiv überverkauft.
Was nun entscheidet: Halten die positiven Branchendaten, was sie versprechen? Und können die Wachstumsfantasien die Sorgen über steigende Kosten im Technologiesektor überwiegen? Für Anleger wird das die Spannung der kommenden Wochen ausmachen.
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