Bei LPKF Laser tickt die Uhr. Das Management hat für das zweite Quartal die ersten Serienaufträge für die neue LIDE-Technologie versprochen. Der Juni endet bald. Entsprechend nervös agiert der Markt.
Ein sicherer Meilenstein steht bereits im Kalender. Zum 22. Juni steigt der Laserspezialist in den SDAX auf. Das zwingt passive Indexfonds zu Umschichtungen und erhöht die Sichtbarkeit bei Investoren.
Die Börse hat diesen Erfolg vorweggenommen. Seit Jahresbeginn schoss der Kurs um beeindruckende 221 Prozent nach oben. Zuletzt kühlte die Euphorie jedoch ab. Auf Wochensicht verlor das Papier knapp zwölf Prozent und schloss am Dienstag bei 19,30 Euro.
Warten auf den Durchbruch
Die Index-Aufnahme allein reicht nicht für eine dauerhafte Neubewertung. Aktionäre fordern operative Beweise. Kurz gesagt: echte Serienaufträge. Das Verfahren zur Glasbearbeitung muss den Sprung in die industrielle Massenfertigung schaffen. Bisher nutzen Halbleiterkunden die Technologie vor allem in Testphasen.
Die schwachen Zahlen des ersten Quartals erhöhen den Druck. Der Umsatz brach um rund 32 Prozent auf 17,1 Millionen Euro ein. Das operative Ergebnis rutschte tief in die Verlustzone. Einzig der gestiegene Auftragseingang von 24,1 Millionen Euro liefert einen Lichtblick.
Skepsis trifft auf Strategie
Analysten bewerten die Lage extrem unterschiedlich. Das Analysehaus Montega warnt vor laufenden Restrukturierungskosten. Die Experten rufen ein Kursziel von lediglich 9,00 Euro auf. Das liegt massiv unter dem aktuellen Niveau.
LPKF rüstet parallel dazu personell auf. Die Hauptversammlung wählte Elmos-Chef Arne Schneider in den Aufsichtsrat. Er soll den technologischen Wandel strategisch absichern. Seine Expertise in der Chipbranche passt exakt zum neuen Fokus.
Die kommenden Wochen entscheiden über den weiteren Trend. Hält die Unterstützung am 50-Tage-Durchschnitt bei 17,71 Euro, bleibt das Chartbild konstruktiv. Liefert das Management bis Ende Juni keine LIDE-Aufträge, droht der Aktie ein harter Realitätscheck.
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