Das Solar-Segment hat LPKF im ersten Quartal 2026 regelrecht ausgebremst. Von 10,6 Mio. EUR Umsatz im Vorjahreszeitraum blieben gerade noch 1,3 Mio. EUR übrig, ein Einbruch um knapp 9,3 Mio. EUR in einem einzigen Quartal. Und weil Solar bei LPKF früher ein echter Umsatztreiber war, zieht das den ganzen Konzern nach unten: Gesamtumsatz 17,1 Mio. EUR, minus 32,4 Prozent gegenüber Q1 2025.
Verluste tiefer als im Vorjahr
Das EBIT landete bei -6,9 Mio. EUR, nach -3,9 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Restrukturierungskosten und ähnliche Sonderposten ergibt sich ein operatives Minus von 5,7 Mio. EUR. Immerhin: Das North-Star-Programm, das LPKF im September 2025 gestartet hat, hat im ersten Quartal bereits spürbar Kosten gedrückt. Personalaufwendungen sanken auf 14,4 Mio. EUR, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 5,0 Mio. EUR. Ohne diese Einsparungen wäre das Ergebnis noch deutlich schlechter ausgefallen.
Der Free Cashflow lag bei -7,6 Mio. EUR. Die Zahlungsmittel schrumpften von 10,0 Mio. EUR zum Jahresende auf 5,8 Mio. EUR. Der Konsortialkreditvertrag wurde immerhin bis Ende 2028 verlängert, mit einer Betriebsmittelfazilität von 25,0 Mio. EUR.
Der eine Lichtblick: Auftragseingang
24,1 Mio. EUR Auftragseingang nach drei Monaten, das sind gut 3,6 Mio. EUR mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Book-to-Bill-Ratio liegt damit bei 1,4, also deutlich über 1. Development und Electronics haben zugelegt, und im Defense-Bereich sieht LPKF eine anhaltend positive Entwicklung. Dass der Auftragsbestand trotzdem von 46,1 auf 34,1 Mio. EUR gefallen ist, liegt auch hier am Solar-Loch.
LPKF Laser & Electronics SE Aktie Chart
Advanced Packaging als Hoffnungsträger
CEO Dr. Klaus Fiedler betont im Vorstandsbrief die Fortschritte bei der LIDE-Technologie für glasbasiertes Advanced Packaging im Halbleiterbereich. Mehrere Kunden seien in konkreten Gesprächen zur Bestellung erster Produktionsanlagen. Außerdem weist Fiedler darauf hin, dass der jüngste Kursanstieg der LPKF-Aktie wohl mit Social-Media-Beiträgen zusammenhängt, die die Positionierung im Glas-Advanced-Packaging aufgegriffen haben.
In der Jahresprognose 2026 sind potenzielle Volumenaufträge aus diesem Bereich bewusst nicht enthalten. Der Zeitpunkt des Markthochlaufs hänge nicht von LPKFs LIDE-Prozess ab, sondern von nachgelagerten Qualifikationsschritten. Das ist ehrlich, aber eben auch eine Einschränkung, die Anleger kennen sollten.
Ziel 2028: zweistellige EBIT-Marge
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet LPKF einen Konzernumsatz von 105 bis 120 Mio. EUR und eine bereinigte EBIT-Marge zwischen -3,0 und 4,5 Prozent. Das entspricht einem bereinigten EBIT von -3,15 bis 5,4 Mio. EUR. Bis 2028 soll daraus eine zweistellige EBIT-Marge werden. Ob das gelingt, hängt an Solar, an Advanced Packaging und daran, dass North Star liefert, was es verspricht. Drei offene Wetten gleichzeitig.
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