Die US-Großbank UBS hat die Aktie von Lockheed Martin am heutigen Mittwoch von „Neutral“ auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 674 US-Dollar ausgegeben.
Analyst Gavin Parsons begründet diesen Schritt mit einem unterschätzten Gewinnpotenzial im mittel- und langfristigen Bereich. Er erwartet bis zum Jahr 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von rund neun Prozent, das primär durch das Segment für Raketen- und Feuerleitsysteme sowie die Wartung der F-35-Kampfjets getrieben werden dürfte. Im heutigen Handel notiert das Papier bei 454,30 Euro, was einem Rückgang von 1,7 Prozent entspricht.
Milliarden-Aufträge für Patriot-Systeme und HIMARS
Ein wesentlicher Faktor für die positive Einschätzung ist die weltweit steigende Nachfrage nach integrierten Luftverteidigungssystemen. Die EU-Kommission hat heute grünes Licht für die Verwendung von 3,2 Milliarden Euro aus Ukraine-Darlehen gegeben, die unter anderem für den Kauf von Patriot-Abfangraketen vorgesehen sind.
Lockheed Martin fungiert hierbei als Hersteller der fortschrittlichen PAC-3 MSE-Raketen. Um die enorme Nachfrage zu bedienen, plant der Konzern eine massive Ausweitung der Kapazitäten: Die jährliche Produktion soll von derzeit 600 auf 2.000 Einheiten bis zum Jahr 2030 gesteigert werden.
Passend dazu hat Lockheed Martin einen Unterauftrag im Wert von 4,7 Milliarden US-Dollar an den Partner L3Harris vergeben. Dieser Vertrag läuft über sieben Jahre und sichert die Belieferung mit Raketenantriebssystemen für die PAC-3 MSE ab.
Parallel dazu festigt das Unternehmen seine Position in Europa durch den Verkauf von HIMARS-Raketenwerfern an Schweden. Der Auftrag umfasst zehn Systeme inklusive Munition und hat ein Volumen von etwa 729 Millionen US-Dollar. Die Auslieferungen sollen im Jahr 2027 beginnen.
Expansion in Australien und technologische Innovationen
Neben den Erfolgen in Europa meldete Lockheed Martin heute einen bedeutenden Auftrag aus Australien. Die dortige Regierung vergab einen Vertrag über 1,32 Milliarden Australische Dollar für die zweite Tranche des AIR6500-Projekts. Dabei handelt es sich um ein gemeinsames Luftkampf-Managementsystem, das verschiedene Sensoren und Abwehrwaffen in einem Netzwerk integrieren soll.
Im Zuge dieses Projekts wird Lockheed Martin Australia seine Belegschaft von 360 auf über 400 Ingenieure innerhalb der nächsten 18 Monate aufstocken. Zusätzlich investiert der Konzern 85,9 Millionen Australische Dollar in eine nationale Anlage für die integrierte Luft- und Raketenabwehr.
Technologisch setzt der Konzern zudem auf neue Abwehrlösungen gegen unbemannte Systeme. Bei einer Demonstration für die US Army stellte Lockheed Martin das System CARI vor. Dabei handelt es sich um eine autonome Abwehrlösung gegen Drohnenschwärme, die von Lastwagen-Plattformen gestartet wird und auch bei einem Verlust der Kommunikation funktionsfähig bleibt.
Um weitere Innovationen in diesem Bereich zu sichern, besuchten Vertreter der „Skunk Works“-Abteilung im August Israel, um mit über einem Dutzend Startups aus dem Bereich der Verteidigungstechnologie zusammenzuarbeiten.
Finanzielle Bewertung und Ausblick
Trotz der jüngsten Kurskorrektur – die Aktie notiert aktuell rund 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 616,00 Euro – zeigen sich Marktbeobachter optimistisch für die kommenden Jahre. Die UBS prognostiziert für das Jahr 2029 einen Umsatz von 89,8 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 8,4 Milliarden US-Dollar.
Der Auftragsbestand des Unternehmens ist bereits im zweiten Quartal 2026 auf 230 Milliarden US-Dollar angewachsen, nachdem er im Vorjahr noch bei rund 193,6 Milliarden US-Dollar gelegen hatte.
Mit einem Relative-Stärke-Index (RSI) von 37,0 nähert sich der Wert zudem technisch gesehen einem Bereich, der von Händlern oft als überverkauft wahrgenommen wird.
Flankiert wird die operative Entwicklung durch personelle Weichenstellungen: Ali Ruwaih wurde heute zum Vizepräsidenten für den Bereich Training und Logistik ernannt, während der langjährige Manager Jonathon Wells die Leitung für Sensoren und Missionssysteme übernimmt. Damit stellt sich der Konzern breiter auf, um die steigende Komplexität moderner Verteidigungsprojekte zu bewältigen.
Lockheed Martin-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lockheed Martin-Analyse vom 09. September liefert die Antwort:
Die neusten Lockheed Martin-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lockheed Martin-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
